Plankpad Planking Board aus Holz

Plankpad im Test – Planken oder gamen?

🕒 Lesedauer: 5 Minuten

Planks. Diese eine Übung, die wir alle lieben, weil sie so effektiv ist und gleichzeitig hassen, weil 30 Sekunden sich anfühlen wie ein Bossfight. Es hilft aber es tut weh.

Planks sind effektiv, brutal ehrlich und zeigen dir gnadenlos, wie es um deinen Rumpfstabilität steht. Gerade als Mountainbiker weiss ich, wie wichtig eine stabile Körpermitte ist. Technische Trails, lange Abfahrten, Druck aufs Vorderrad, saubere Linienwahl werden ohne Core-Stabilität schnell wacklig.

Als ich das Plankpad zum Testen bekommen habe, stellte ich mir folgende Frage: Brauche ich wirklich ein Brett, um eine Übung zu machen, die theoretisch nur Boden und Willenskraft benötigt?

Spoiler: Jein. Und genau das macht es spannend.

Erster Eindruck & Verarbeitung

Das Plankpad ist im Grunde ein Balanceboard aber mit dazugehöriger Gaming App. Die Holzplatte ist sauber verarbeitet, unten halbrund und oben mit einer angenehmen, rutschfesten Oberfläche. Dazu gibt es eine Antirutsch-Matte für den Boden. Die Verarbeitung ist solide. Keine scharfen Kanten, kein Billig-Gefühl und kein Gummigeruch – für den Preis erwarte ich das aber auch.

Grösse und Gewicht sind praxisnah: gross genug für Unterarme oder Hände und klein genug, um es hinter irgendwo unauffällig zu verstauen. Rein vom Material her macht das Ding einen langlebigen Eindruck.

Preis auf der offiziellen Website💸 für das Plankpad Pro💸 ist 149.00 EUR.

Plankpad Planking Board aus Holz
Das Plankpad macht einen soliden Eindruck. | © Marc Schürmann

Training ohne App – spürbar, aber nicht revolutionär

Wenn man das Plankpad ohne App nutzt, ist es einfach nur ein normales Balance Board. Nicht mehr und nicht weniger. Durch die halbrunde Unterseite entsteht Instabilität, die permanent ausgeglichen werden muss. Das aktiviert die Tiefenmuskulatur stärker als eine normale Plank am Boden.

Man merkt den Unterschied. Besonders bei dynamischen Varianten wie Mountain Climbers oder einbeinigen Planks wird das Ganze anspruchsvoller.

Aber ich bin ehrlich: Nur für diesen Effekt würde ich es mir nicht zwingend kaufen. Ähnliche Ergebnisse lassen sich auch mit günstigeren Balance Boards erzielen. Das Brett alleine ist gut aber nicht der eigentliche Gamechanger.

Plankpad Planking Board aus Holz

Die App – hier beginnt der Unterschied

Das Spannende am Plankpad ist die Verbindung mit der App. Das Smartphone wird auf das Brett gelegt, und die Bewegungen steuern verschiedene Spiele. Training wird zu Gaming. Schmerz zu Motivation.

Planken fühlt sich nicht mehr an wie reines Durchhalten. Stattdessen versuchst du, ein Level zu beenden, Hindernissen auszuweichen oder Punkte zu sammeln. Dein Fokus verschiebt sich vom Durchhalten zum Spielen. Und plötzlich hältst du länger durch.

Ich habe mich mehrfach dabei ertappt, dass ich ein paar Sekunden in der Position geblieben bin, einfach weil ich das Game fertig spielen wollte. Psychologisch clever gelöst. Der Spieltrieb übernimmt dort, wo sonst die Uhr dein grösster Gegner ist.

Für mich ist genau das der Mehrwert des Plankpads: Gamification als Motivations-Booster.

Hpper Game in der Plankpad App auf einem Smartphone

Das Abo-Modell – der grösste Kritikpunkt

Was mich jedoch stört: Viele der Games und auch Workouts sind nur mit einem kostenpflichtigen Abo zugänglich. Die kostenlosen Spiele sind nett, aber relativ schnell repetitiv. Workouts gibt es gerade mal vier kostenlos. Ich würde mal behaupten, dass 80 % der Appinhalte nur mit Abo nutzbar sind.

Das ist schade, denn gerade die Gamification ist das stärkste Argument des Produkts. Wer langfristig Abwechslung will, kommt um das Abo kaum herum. Hier hätte ich mir mehr dauerhaft frei verfügbare Inhalte gewünscht. Das sollte man vor dem Kauf wissen.

Das Abo schlägt mit CHF 1.60 pro Monat zu Buche.

Gesperrte Inhalte in der Plankpad App

Trainingseffekt – bringt’s wirklich was?

Wenn man das Plankpad regelmässig nutzt, verbessert es definitiv die Rumpf-Stabilität. Die zusätzliche Instabilität zwingt zu sauberer Haltung, und durch die spielerische Ablenkung bleibt man oft länger in der Übung.

Was mir positiv aufgefallen ist: Ich halte die Position kontrollierter. Weniger Hohlkreuz, weniger Schulter-Flucht nach hinten. Die Konzentration aufs Spiel sorgt indirekt für bessere Körperspannung.

Für uns Bikende ist das nicht zu unterschätzen. Ein stabiler Rumpf hilft bei langen Abfahrten, bei technischen Sektionen und generell bei einer sauberen Kraftübertragung.

Man darf aber keine Wunder erwarten. Das Plankpad ersetzt kein ganzheitliches Krafttraining und baut keine sichtbaren Muskelberge auf. Es ist ein Tool für funktionelle Stabilität.

Plankpad Planking Board aus Holz

Für wen macht das Plankpad Sinn?

Aus meiner Sicht ist das Plankpad besonders interessant für:

  • Menschen, die Planks eigentlich meiden
  • Sportler:innen, die Motivation über Spieltrieb holen
  • Alle, die ihr Core-Training zuhause abwechslungsreicher gestalten wollen

Weniger Sinn macht es für Hardcore-Athleten, die ihr Training ohnehin strukturiert durchziehen und keine digitale Motivation benötigen.

Wie oft machst du aktuell Planks?

Fazit – Hype oder sinnvolles Gadget?

Das Plankpad ist kein revolutionäres Fitness-Wunder. Aber es schafft etwas, das viele Trainingsgeräte nicht schaffen: Es macht eine extrem effektive, aber monotone Übung deutlich unterhaltsamer.

  • Die Verarbeitung ist hochwertig.
  • Das Trainingsprinzip funktioniert.
  • Die App-Motivation ist clever.
  • Das Abo-Modell ist der grösste Kritikpunkt.

Wenn dich Gamification motiviert, kann das Plankpad dein Core-Training nachhaltig verbessern. Wenn du rein diszipliniert trainierst und keine spielerische Komponente brauchst, reicht auch der Wohnzimmerboden.

Am Ende geht es nicht darum, ob man planken kann. Sondern ob man es regelmässig tut. Und dort setzt das Plankpad an.

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