In einem vorigen Beitrag gab ich euch 7 gute GrĂŒnde fĂŒr den Kauf eines E-Bikes. Doch alles hat seine Kehrseite, auch das E-Bike. Nicht alles ist Gold was glĂ€nzt. So hat auch ein E-Bike seine Nachteile. Diese Mankos sollte man sich vor dem Kauf bewusst sein.

5 Nachteile die ein E-Bike mit sich bringt

Alles in allem macht ein E-Bike enorm viel Spass und hat viele Vorteile. Was sind aber die Nachteile? Lohnt sich dennoch eine Anschaffung oder soll ich lieber ein konventionelles Bike kaufen?

1. Der Preis

Gute E-Bikes, ich rede von Mountainbikes, kosten eine Stange Geld. Unter CHF 4’500.00 ist fast keines zu kriegen und wenn dann mit bescheidener Ausstattung. Im Vergleich zu einem Mountainbike ohne Elektromotor sind E-Bikes viel teurer. Eine Anschaffung ĂŒberlegt man sich also 2 mal. Warum sind denn E-Bikes eigentlich so teuer? Ein Punkt ist sicherlich die gestiegene Nachfrage, welche den Preis in die Höhe treibt. Ebenfalls ist ein E-Bike in der Herstellung aufwĂ€ndiger, da noch die Produktion von Akku und Motor hinzukommt. Auch sind E-Bikes noch nicht so lange auf dem Markt wie normale FahrrĂ€der und es wird noch viel Geld fĂŒr Forschung und Weiterentwicklung von Akkus und Motoren ausgegeben, was sich auf den Endkundenpreis niederschlĂ€gt. Der hohe Preis eines E-Bikes im Vergleich zu unmotorisierten Mountainbikes ist also ein Nachteil.

Forschung, Entwicklung, Produktionskosten und die hohe Nachfrage treibt den E-Bike Preis in die Höhe.

2. Das Gewicht

E-Bikes sind schwerer als die heutigen leichten Carbonbikes, viel schwerer. Das Gewicht eines leichten E-Bikes bewegt sich um die 23 Kg. Manche bringen aber auch rund 26 Kg auf die Waage. Gewicht das spĂŒrbar ist. Beim Uphill kommen die zusĂ€tzlichen Pfunde nicht gross zum Tragen, doch beim Downhill sind sie bemerkbar. Das E-Bike fĂŒhlt sich trĂ€ger an, weniger agil und weniger verspielt. Meiner Meinung nach kommt dadurch der ersehnte Flow viel spĂ€ter auf. Technische Passagen sind schwerer zu fahren, da ich bei langsamer Fahrt mehr Gewicht bewegen muss. Ein E-Bike erfordert im GelĂ€nde eine geĂŒbtere Fahrtechnik als ein konventionelles Bike ohne ElektrounterstĂŒtzung. Ein E-Bike schieben oder tragen ist mĂŒhsam und macht keinen Spass. Alle die ihr E-Bike einmal ĂŒber einen umgestĂŒrzten Baum hieven mussten, wissen, wovon ich rede. Das Gewicht eines E-Bikes ist ein grosser Nachteil zu einem normalen Mountainbike.

3. Der Motor

Ein Bauteil mehr am Bike das kaputtgehen kann. Die QualitĂ€t der Motoren ist zwar gut, doch jeder noch so gute E-Bike Motor kann einmal einen Defekt haben. Das wird nicht nur teuer, sondern ist auch Ă€rgerlich. Auch ein Softwarefehler in der Steuerung kann Probleme verursachen. Ein defekter Motor fĂŒhrt schnell zu Frust. Sei dir also von Anfang an bewusst, dass auch ein Motor Schaden nehmen kann, wie jedes andere Bauteil an deinem Bike.

Yamaha PW-X 2 Motor im Bixs Lane E16 E-Bike
Ein noch so guter Elektromotor kann mal kaputt gehen.

4. Der Akku

Der wohl grösste Nachteil eines E-Bikes ist der Akku und das in verschiedener Hinsicht. Der Akku hat eine begrenzte KapazitĂ€t und irgendwann ist er leer. Dann bewegst du dein E-Bike (oder dann eben nicht mehr E) nur noch mit viel Kraft. Ohne MotorunterstĂŒtzung zieht dich das ganze Gewicht den Berg hinunter. Fahren ist kaum mehr möglich. Ein heutiger Akku halten laut Hersteller zwischen 500 und 1’000 Ladezyklen aus. Wenn du also Vielfahrer*in bist, kann ein Akku nach 3 – 4 Jahren durch sein. Die Anschaffung eines Neuen geht ins Geld, denn Akkus sind teuer. Um die Lebensdauer des Akkus zu verlĂ€ngern ist richtige Pflege wichtig. Er mag keine KĂ€lte oder Hitze. Beides kann die KapazitĂ€t negativ beeinflussen. Der Akku entlĂ€dt sich selbst. Wenn du dein E-Bike lange nicht benutzt, kann sich der Akku entladen und nimmt dabei schaden. Und, bei einem Akku besteht auch immer Brandgefahr, auch wenn die Gefahr sehr gering ist.

5. Die E-Bike Scham

Wenn ich Berghoch einen Biker, der ohne Motor unterwegs ist, ĂŒberhole, ĂŒberkommt mich immer ein leichtes SchamgefĂŒhl. Ich nenne es „Die E-Bike Scham“. Es ist so ein GefĂŒhl als mĂŒsste ich mich schĂ€men ein E-Bike zu fahren. E-Bikes ist was fĂŒr mĂŒde und alte Menschen und nichts fĂŒr NormalbĂŒrger*innen. Ich spĂŒre auch diesen Blick in meinem Nacken der Überholten Bikers. Es sind auch diese SprĂŒche der Wanderer. Es wundert mich schon, dass ich mich komisch fĂŒhle, wenn ich mit meinem E-Bike anderen Biker*innen begegne.

Die Vorteile ĂŒberwiegen

Trotzdem ist E-Bike fahren eine feine Sache. Von mir ausgesehen ĂŒberwiegen die Vorteile eines E-Bikes gegenĂŒber den Nachteilen und darum fahre ich auch ein Bixs Lane E16 E-Bike. Ein Mountainbike ohne Motor macht mir persönlich aber immer noch mehr Spass als eines mit MotorunterstĂŒtzung. Es ist und bleibt fĂŒr mich eine ErgĂ€nzung zu meinen normalen Bikes und als UnterstĂŒtzung meiner körperlichen Fitness, die sich nicht auf dem Niveau eines Profisportlers befindet. Dazu habe ich 7 GrĂŒnde zusammengestellt, warum sich der Kauf eines E-Bikes trotzdem lohnt.

Deine Meinung zu den Nachteilen eines E-Bikes

Wie schĂ€tzt du die Nachteile eines E-Bikes ein? Gibt es ĂŒberhaupt Nachteile? Siehst du das genau so oder sind die oben erwĂ€hnten Punkte fĂŒr dich keine nennenswerten Nachteile? Schreibe mir doch in die Kommentare oder abonniere unseren Newsletter.

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Marc SchĂŒrmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in GraubĂŒnden. Ich bin der GrĂŒnder von allmountain.ch und blogge ĂŒber meine grösste Leidenschaft dem Mountainbiken.

14 Antworten

  1. Hu sagt:

    Naja, die E-Bike Fahrer*innen kommen auch nicht mehr so ins schwitzen wie andere ohne Motor😉.
    Und den Stolz, den Berg ohne E-Hilfe geschafft zu haben, ist bestimmt grösser😁.

  2. Sabrina Galli sagt:

    Vielen Dank fĂŒr diesen Text. Ich als ebenfalls Bikerin habe keine negativen Gedanken (neben meinem Downhiller und Enduro fahre ich bereits sehr lange ein Strassen E-Bike fĂŒr zur Arbeit).
    der Preis; naja, auch fĂŒr ein gutes nicht motorisiertes Bike kann es teuer werden
 Man kann nicht hoffen, wenig Geld fĂŒr gutes Material ausgeben zu können in dieser Branche.
    Das Gewicht: kommt ganz darauf an. Klar sind E-Bikes immer ein bisschen schwerer, aber mit dem Specialized Levo SL kann man sich wohl gut arrangieren (hat ein Gewicht von ca 17kg, also gerade mal so schwer wie mein Hiller).
    Der Motor: stimme ich zu. Überall wo mehr dran ist, kann auch mehr kaputt gehen 😉
    Der Akku: es gibt bei vielen E-Bikes zusĂ€tzliche Akkus. Wie z.B. beim Levo SL den optionalen Range Extender. Ist ein Bidon, wird auch so gebraucht. Hier wird dann einfach die Trinkflasche verdrĂ€ngt – aber auch dafĂŒr gibt es heute tolle Backpacks 😊 zurĂŒck zum «Sonderbidon» – dieser Range Extender nimmt also keinen grossen Platz ein, erhöht aber die Spassdauer um 50%.
    Die E-Bike Scham: wer sich Gedanken macht, was andere denken können – ich sag nichts dazu

    Die Vorteile ĂŒberwiegend ganz klar! Es gibt so viele verschiedene Modelle, es findet sich bestimmt eins das perfekt zu den eigenen BedĂŒrfnissen passt.

  3. Uphillmarc sagt:

    Ich glaub, ich fahr weiter „unplugged“…. 😉

  4. Hitsch sagt:

    Ich kenne auch E-Bikes, bin schon einige Modelle gefahren, E-MTBs noch nicht. Kann also noch nicht wirklich mitreden.
    Aber meiner Sicht ist der Spass absolut berechtigt und kann den auch nachempfinden. Dennoch bin ich der Ansicht – dazu brauchts aber auch den harten Willen – kann man jeden Berg mit dem Bike „erzwingen“ und hat dann umso mehr Freude am downhillen. Eben aus den hier genannten GrĂŒnden. Ich betreibe seit einigen Jahren auch Downhillsport mit dem passenden GerĂ€t dazu, und gerade bei technischen Stellen weiss ich ein wendiges verspieltes Bike sehr zu schĂ€tzen (fahre ein Lapierre DH-920).
    Auf der anderen Seite birgt es aus meiner Sicht fĂŒr viele, die MTB‘s sonst nicht kennen, auch grosse Gefahren. Man ĂŒberwindet verhĂ€ltnismĂ€ssig zuviele Höhenmeter, die dann oftmals mit komplett ĂŒberschĂ€tzem Können wieder downhill gemeistert werden mĂŒssen…

    • Marc SchĂŒrmann sagt:

      Gestern 2007 Höhenmeter und 55 Km. Auch mit eisernem Willen wĂ€re dies fĂŒr mich ohne UnterstĂŒtzung nicht möglich. DafĂŒr brĂ€uchte ich erst jahrelanges Training und dafĂŒr fehlt mir die Zeit. Punkt 2 gebe ich dir Recht. Ich begegne alpin vielen Bikeneulingen die mit oder ohne Motor da noch nicht hingehören.

  5. Marco Saxer sagt:

    Gruss aus HĂ€gglingen. Sehe die Ă€hnlichen Kritikpunkte wie Du. Bin grundsĂ€tzlich ein Fan von E-Bikes, zumindest auf Strassen und breiten Waldwegen. Aber mir missfĂ€llt, wenn sich offensichtlich ĂŒberforderte Bike-AnfĂ€nger mit ihren Schwertransportern auf Hardcore-Trails bergauf bewegen, wo normalerweise nur eine Fahrtrichtung möglich/sinnvoll/zu erwarten ist. Auch werden die Frequenzsteigerungen auf den «illegalen» Trails wohl mittelfristig weitere Diskussionen ĂŒber gesetzliche EinschrĂ€nkungen nachziehen. Zumindest befĂŒrchte ich dies. Klar sind auch motorlose Biker im Graubereich unterwegs und ich erwarte keine Exklusivrechte zum Befahren der Trails, aber ich beobachte diesen Trend zum E-Bike skeptisch. Ich persönlich versuche weiterhin, auf jegliche Bergaufhilfen (Motor, Bergbahnen) zu verzichten.

  6. Veni sagt:

    Ebike in den Bergen ist schon ein Problem! Viele sind unterwegs, ohne Erfahrungen ohne Kraft ohne richtiges Kleidung! Es ist Katastrophe! Gestern habe ich mit meinem normal Fahrrad 50 km gemacht. Von 800m bis 1750m und zurĂŒck. Dort habe ich Leute mit Straßen Ebike gesehen, mit Jeans und komische shoes. Viele Gruppe von Pensionisten. Ich bin nicht gegen Ebike, aber hoch in den Bergen die Natur ist ĂŒberlastet. Niemand hat gerechnet das so viele Leute heute dort kann sein! Est muss stĂ€rke reguliert sein. Est ist nicht mehr Lustig sondern Tragisch!

  7. Fischverzehrer sagt:

    An sich cool, aber Gendersternchen verderben den ganzen Beitrag.
    GrĂŒĂŸe.

  8. Andi sagt:

    Fahre seit 30 Jahren MTB. Hardtails, dann FullyÂŽs + ab Alter 58 Anfangs noch gleichzeitig Fully Scott E-Genius, jetzt nur noch E-MTB weil ich sonst mit meinen Freunden nicht mehr biken kann weil die alle viel jĂŒnger und fit-er sind! S3 ist kein Problem, nur die ZĂ€une der Bauern stellen ein Hindernis dar oder die extrem technischen Abschnitte die einen kurzen Radstand und geringes Gewicht erfordern! Die treten aber sehr, sehr selten auf! ResĂŒmee: Ich fahre inzwischen 3 mal soviel Höhenmeter und sitze viel hĂ€ufiger im Sattel! Spaßfaktor ohne phys. Überlastung mindestens 3-fach! Wesentlich sicherer im Downhill, auch bei Speed. Ich starte auch nicht mehr völlig platt eine schwierige Abfahrt und fahre schon deshalb wesentlich konzentrierter! – In meinen Augen einfach genial – wenn man es beherrscht! Ein leichtfĂŒĂŸiges Carbon-MTB hoch prĂŒgeln kann natĂŒrlich genauso Spaß machen! Alles zu seiner Zeit und jeder wie er kann und mag!
    GrĂŒĂŸe aus dem AllgĂ€u

    • Marc SchĂŒrmann sagt:

      Allegra Andi

      Das sehe ich auch so. Die körperliche Power reicht auch noch gut fĂŒr die Abfahrt, denn die ist jeweils auch sehr anstrengend. Das E-Bike muss natĂŒrlich, wie auch ein normales, auf alpinem GelĂ€nde beherrscht werden. Hier sehe ich viel Potenzial bei Veloeinsteigern. Übung macht den Meister.

  9. Marco Nold sagt:

    Mit dem ebike komme ich öfters viel schneller wo hin& mache auch mehr km…( sehe mehr& hab mehr zeit fĂŒr die tour/ erlebniss)

    Problem: bei paaren…
    1x mit motor 1x ohne

    Derjenige der mit motor langweilt sich zu tode( bergauf) mit 3-6kmh zu trampeln& fÀngt sn die cm2 zu zÀhlen auf dem assfallt.

    & wenn ich mehr training will,schslte ich den motor aus& bewege somit ca 22kg& nicht nur ca 10kg.

    Immer wieder mit motor!

  10. Adriano sagt:

    WĂ€re nicht dieser unverschĂ€mte und völlig ungerechtfertigte ĂŒberproportionale E-Aufpreis, hĂ€tte ich mir als ErgĂ€nzung zu meinen RennrĂ€dern und MTB lĂ€ngst so ein Pedelec gekauft. Mehr als 2’500 bis maximal 3’000 Fr dĂŒrfte auch ein mit guten Komponenten ausgerĂŒstetes Elektro- Bergvelo nicht kosten, und der angeblich so wichtige „Service“ durch die Fachwerkstatt des Vertrauens schlĂ€gt nochmals massiv zu Buche, von den hohen Kosten eines recht bald fĂ€lligen Ersatz-Akkus ganz zu schweigen. Wenn man bedenkt, wie wenig der durchschnittliche Fahrer pro Saison (warme Jahreszeit) mit einem solchen FreizeitgerĂ€t unterwegs ist, ist das Kosten-NutzenverhĂ€ltnis absolut nicht gegeben! Fazit: Pedelec sind auch weiterhin primĂ€r eine Option fĂŒr Menschen mit mangelnder Kondition oder kaputten Gelenken!

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