Eine Kaufhilfe

Mountainbike Reifen gibt es wie Sand am Meer, in verschiedenen Grössen, mit verschiedenen Gummimischungen, verschiedenen Reifenprofilen, verschiedenen Breiten und sogar in unterschiedlichen Farben. Wie soll man da noch den Durchblick haben oder wissen welcher Reifen nun der Richtige ist? Ich gebe euch eine Kaufhilfe, um den richtigen Reifen für dein Mountainbike zu finden.

Ein Reifen ist nicht gleich ein Reifen

Wie schon in der Einleitung erwähnt, besteht ein Fahrradreifen nicht einfach aus ein bisschen Gummi, sondern ist ein komplexes Produkt, bei dem viele Faktoren mitspielen. Um ein Reifen zu verstehen, sollte man seinen Aufbau und die verwendeten Fachbegriffe kennen.

Draht- oder Faltreifen

Im Reifenwulst des Drahtreifens befindet sich, wie es der Name schon sagt, ein Ring aus Draht. Er verleiht dem Reifen Stabilität und verhindert, dass er unter hohem Druck von der Felge springt. Beim Faltreifen besteht der Ring aus einem Kunststoff, was Gewicht einspart aber auch an Stabilität einbüsst. Für den normalen Einsatz reicht aber ein Faltreifen allemal.

Die Reifenkarkasse

Ein Mountainbike Reifen besteht aus verschiedenen Schichten, dabei ist die Karkasse das tragende Gerüst. Die Karkasse besteht aus einem engmaschigen Gewebe, oft aus Nylon. Dieses Geflecht wird oft mit dem Wert ETI (Ends per inch) oder TPI (Threads per inch) angegeben. Der Wert gibt an, wie fein gewoben das Nylongeflecht ist. Meistens bewegt sich bei den Herstellern dieser Wert zwischen 60 TPI und 130 TPI. Die Fäden bei 130 TPI sind enger und feiner, was an Gewicht einspart aber die Pannensicherheit mindert. Die Reifenhersteller konstruieren ihre Karkassen oft mehrlagig und verwenden auch verschiedene Materialien.

Die Hersteller benutzen für die Stärke der Karkasse oft eigene Marketingbegriffe, wie etwa SnakeSkin und SuperGravity bei Schwalbe oder Double Down bei Maxxis.

Dartmoor Hornet Custom Build
Gummimischung und Karkasse sind auf der Seitenwand des Mountainbikes Reifens aufgedruckt.

Die Reifenbreite

Der Durchschnittliche Mountainbikereifen hat heute eine Breite zwischen 2.2 und 2.6 Zoll. Breitere Reifen bieten einen guten Schutz und guten Grip, sowie eine höhere Selbstdämpfung. Sie fahren sich smoother, bieten mehr Grip und vermitteln höhere Sicherheit. Dafür sind breite Mountainbike Reifen schwerer und da die Auflagefläche höher ist, sind auch seine Rolleigenschaften schlechter.

Dartmoor Hornet Custom Build
Ein breiter Reifen bietet mehr Dämpfung. Für ein Hardtail Bike kann da von Vorteil sein.

Das Reifenprofil

Nicht jeder Reifen ist für jedes Terrain gemacht. Das Reifenprofil hat auf den Grip einen grossen Einfluss. Grobstollige Reifen, wie etwa der Vittoria Mota, beissen sich in weichen oder schlammigen Untergrund, während ihre groben Stollen auf harten Untergrund oft wegknicken und die Haftung nachlässt. Reifen mit kleinen Stollen rollen gut und haben auf hartem Boden eine grössere Auflagefläche und entwickeln dabei mehr Haftung, rutschen jedoch bei Nässe weg, da sie sich nicht richtig in den Dreck krallen können.

Profil Vittoria Mota Reifen
Die groben Stollen krallen sich in weichen Untergrund, verlieren aber an Grip auf harten Böden.

Die Gummimischung

Ein Mountainbike Reifen besteht nicht einfach aus ein bisschen Gummi. Der Reifen besteht aus mehreren Lagen verschiedener Gummihärten. Dabei kann es gut sein, dass die Lauffläche in der Mitte eine härtere Gummimischung hat, als die groben Seitenstollen. Eine weichere Gummimischung bietet mehr Grip, dafür einen höheren Rollwiderstand und Verschleiss. Bei einer harten Gummimischung ist es genau umgekehrt. Deshalb wird oft eine weiche Mischung am Vorderreifen und ein harter Reifen am Hinterrad eingesetzt. Auch hier haben die Hersteller wieder eigene Bezeichnungen wie Schwalbe mit ihren Addix Mischungen, Vittoria mit ihrer 4C Mischung und Maxxis mit 3C TripleCompund Maxx Speed, Maxx Terra und Maxx Grip.

Vittoria Martello Reifen
Bezeichnungen wie ISOtech, 4C, Sidewall Protection sind Herstellerspezifisch und stehen unter anderem für die Karkasse oder die Gummimischung.

Welche Reifenhersteller gibt es?

Auf dem Reifenmarkt tummeln sich einige Hersteller und buhlen um die Gunst der Mountainbiker*innen. Die bekanntesten sind wohl Schwalbe und Maxxis. Ich selber fahre am Enduro einen Vittoria Martello am Vorder- und Hinterrad. Hier eine Liste von Unternehmen, die Mountainbike Reifen herstellen:

Welche Reifenkobination?

Ich empfehle folgende Mountainbike Reifenkobinationen auf dem Mountainbike:

Cross Country

Continental: Cross King am Vorderrad und Race King am Hinterrad.

Schwalbe: Racing Ray vorne und Racing Ralph hinten.

Vittoria: Barzo am Vorderrad unf Mezcal am Hinterrad

Maxxis: Rekon am Vorderrad und der Rekon Race am Hinterrad

Kenda: Regolith Pro vorne und der Booster Pro hinten aufgezogen

Michelin: Force XC für das Vorderrad und am Hinterrad der Jet XCR

Trail / Allmountain

Kenda: Fürs Vorderrad der Hellkat Pro und fürs Hinterrad der Nevegal 2

Maxxis: Am Vorderrad ein Forekaster und hinten der Rekon

Michelin: Wild AM für vorne und Force AM für hinten

Schwalbe: Der Hans Dampf Mountainbike Reifen fürs Vorderrad und Nobby Nic fürs Hinterrad

Continental: Der Baron vorne und Trail King hinten

Vittoria: Martello am Vorderrad und Aggaro am Hinterrad

Enduro

Schwalbe: Magic Mary vorne und Hans Dampf hinten

Maxxis: Assegai als Vorderreifen und Minion DHR II als Hinterreifen

Continental: Der Kaiser am Vorder- und Hinterrad

Vittoria: Martello für vorne und hinten

Kenda: Hellkat am Vorder- und Hinterrad

Vittoria Martello Reifen
Persönlich fahre ich ein Vittoria Martello Reifen, tubeless montiert, am Vorder- und Hinterrad.

Was fährt ihr?

Was fährt ihr für Reifen auf dem Mountainbike? Mit welcher Gummimischung und welcher Reifenbreite seid ihr unterwegs? Und warum habt ihr gerade diese Reifenkombo gewählt? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

1 Antwort

  1. Christian Mairhofer sagt:

    Hi Marc, ich fahre vorne Conti, Der Baron in 29 x 2,4″ und hinten Mountain King 27,5″ x 2,4″. Bin mit dieser Kombi sehr zufrieden, brauchen aber eine Zeit bis sie dicht sind (Tubeless)

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