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Skifahren lernen nur mit Youtube Videos kam für mich nicht in Frage, trotzdem waren sie eine gute Vorbereitung für den eigentlichen Skikurs. Ich hatte für zwei Tage einen privaten Skilehrer von Epic Snowsports in der Lenzerheide. Der Skilehrer Luke ist ein Freund von mir, den ich durchs Biken schon länger kenne. Somit war klar, das ich bei ihm Skifahren lerne.

Mit der richtigen Skiausrüstung starte ich also nun das Experiment: In 2 Tagen Skifahren lernen.

Erste Schritte im Kinderland

Samstag Morgen um 10 Uhr. Treffpunkt war im Kinderland in der Lenzerheide. Wer fahren will, muss zuerst lernen zu laufen. Das war der Leitsatz von meinem Skilehrer Luke am ersten Tag. Luke erklärte mir erst einmal wie der Ski funktionierte und wie man sie anzieht.

Mit nur einem Ski angeschnallt, gleitete ich die ersten Meter auf einem Bein. Einbeinig zu balancieren war nicht einfach und ziemlich wacklig. Nach ein paar weiteren Versuchen fuhr ich aber schon sicherer über den Schnee.

Nun wurde die ganze Übung wiederholt, diesmal mit beiden Skiern angeschnallt. Einmal hin und zurück. Das ganze wurde ein paar Mal wiederholt, bis eine gewisse Sicherheit entstand.

Bremsen lernen

Erst einmal ein paar Trockenübung im Flachen. Mit den Skistöcken abstossen, ein bisschen Fahrt aufnehmen, Fersen auseinander und Bremsen. Dabei wurden die Skier hinten auseinandergedrückt und mit den Skikanten gebremst. Der sogenannte Pflug. Erst lernte ich richtig Bremsen, befor ich richtig fahren lernte.

Flieg mit dem Zauberteppich

Jetzt ging’s los und ich war das erste mal ein wenig nervös. Erstes mal Skilift fahren, zwar nur ein paar Meter, auf einem langsamen Förderband. Aber der sogenannte Zauberteppich war bereits eine kleine Herausforderung. Jetzt nur nicht vor all den Kindern auf die Fresse fallen! Heil und ohne Unfall Oben angekommen, zeigte mir Luke die nächste Übung vor. Erst einmal gerade hinunter fahren und mit dem Pflug bremsen. Das klappte beim ersten mal schon vorbildlich. Die ganze Übung wurde ein paar mal wiederholt.

Erste Kurven im Pflug oder „s Stammbögli“

Der nächste logische Schritt war die Kurvenfahrt. Luke erklärte mir die korrekte Gewichtsverlagerung auf den Talski. Er zeigte mir die Übung vor und korrigierte meine Fehler nach den ersten ungeschickten Versuchen. Nach einigen Wiederholungen, zwar noch ziemlich verkrampft und steif, klappten die ersten Kurven bereits ganz gut.

Eine Stufe höher

Danach ging es zum nächsten Lift, ein kleiner Schlepplift. Eigentlich hatte ich mehr Angst vor dem Hoch- als vor dem Runterfahren :-).

Mit dem Kinderlift ging es rund 50 Meter den Hügel hoch. Hier übten wir weiter das Kurvenfahren und wiederholten das ganze ein paar Mal.

Nach rund zwei Stunden auf der Piste, hatte ich mir die Mittagspause verdient. Ich war schon ziemlich begeistert wie schnell ich Fortschritte machte und habe mir zu Beginn Skifahren schwerer vorgestellt.

Die erste grosse Herausforderung

Am Nachmittag verliessen wir das Kinderland und wechselten zum Übungshügel. Hoch kommt man hier mit einem T Bügel Schlepplift. Oh Gott, was hatte ich Angst vor diesem T Bügel. Ich hatte bei Youtube nicht nur nützliche Videos gesehen, sondern auch von Skifahrern die immer wieder aus dem Schlepplift fallen.

Luke erklärte mir was ich tun musste, damit eben genau das nicht passieren konnte. Und ja, T Bügel Lift zu fahren ist ziemlich einfach, wenn man einmal den Dreh raus hat. Jedenfalls hatte es mich kein einziges Mal aus dem Lift geschleudert.

Wechsel zum Parallelschwung

Luke meinte, dass ich ein Naturtalent bin und gute Fortschritte mache. Daher können wir bereits zum Parallelschwung übergehen. Auch diese Aufgabe meisterte ich ziemlich gut, brauchte aber für die Routine ein paar Abfahrten mehr als noch im Pflug. Die Gewichtsverlagerung auf den Talski klappte teilweise noch nicht perfekt. Aber mit jeder Abfahrt wurde es besser und ich stand sicherer auf den Skiern.

Beim fleissigen Üben verging die Zeit wie im Fluge und der erste Tag war schon bald zu ende. Das Fazit nach dem ersten Tag Skikurs mit einem Privatlehrer: Hammer geil! Skifahren macht richtig Laune! Ich machte schnell Fortschritte und fuhr bereits am ersten Tag auf dem Übungshügel im Parallelschwung. Zwar fuhr ich noch ziemlich unsicher und verkrampft aber für den ersten Tag war das eine stolze Leistung. Meine Erwartungen wurden übertroffen.

Willkommen in den Bergen

Erst durfte ich ein paar Abfahrten am Übungshügel machen, um zu beweisen, dass ich das gestrige gelernte auch umsetzen kann. Danach stiegen wir auf den grossen Sessellift um. Jetzt ging es das erste mal richtig auf den Berg und auf eine blaue Skipiste. Ich war ziemlich nervös vor der ersten grossen Abfahrt.

Erstes mal auf den Skiern
Willkommen auf dem Berg

Erste Abfahrt auf der blauen Piste

Oben herrschte reger Skibetrieb und die Skifahrer rasten reihenweise die Pisten runter. Und nun kam ich und stand allen im Weg :-). Zusammen mit Luke fuhr ich meine erste blaue Skipiste hinunter. Ständig wurde ich von schnelleren Skifahrern überholt, was bei mir ein mulmiges Gefühl auslöste. Im Hinterkopf ständig der Gedanke von Hinten abgeschossen zu werden. Luke hatte die Situation unter Kontrolle und signalisierte mir frühzeitig, bevor ich überholt werde. Ich war so konzentriert, dass ich für die wunderschöne Berglandschaft kein Auge frei hatte. Die lange und teilweise verkrampfte abfahrt war um einiges anstrengender als noch der kleine Übungshügel.

Wall of Death

Gegen Ende der blauen Piste erwartete mich der erste steilere Abhang. Für Könner ein Kindergeburtstag für Anfänger eine „Wall of Death“, wie sie von Luke genannt wurde. Wenn ich diesen Abhang unbeschadet überstehe, dann war ich bereit zum Skifahren :-).

Mit Bravur meisterte ich den steilen Abhang und es war ein tolles Gefühl.

Übung macht den Meister

Den Rest des Tages war üben, üben, üben angesagt. Luke beobachtete dabei stets meine Haltung auf den Skiern und versuchte Haltungsfehler zu korrigieren, was nicht immer auf Anhieb klappte. Ich benutze noch zu viel meinen Oberkörper. Skifahren kommt aus den Beinen. Ausserdem ist die Gewichtsverlagerung auf den Talski auch noch nicht perfekt.

Erste Versuche auf der blauen Piste

Weiterbildung mit Youtube

Und genau hier kann jetzt Youtube ansetzen und den Skilehrer ergänzen. Diversen Übungen aus den Videos helfen mir, die Technik zu verbessern, die aktuell bei mir noch nicht sonderlich ausgereift ist. Die Videos unterstützen mich dabei, schneller Fortschritte zu machen.

Nehmt euch einen Skilehrer!

Youtube oder Skilehrer? Ganz klar: Mit einem Skilehrer fährt man besser Ski! Youtube kann niemals das Vermitteln, was ein Skilehrer direkt auf der Piste kann. Wer also Skifahren lernen möchte, soll dies unbedingt mit einem Skilehrer tun! Youtube Lernvideos dienen mehr zur Vorbereitung oder Ergänzung. Ich denke beides Zusammen ist ein optimaler Mix um gut und schnell Skifahren zu lernen. Das Wichtigste dabei ist sowieso Spass beim Skifahren zu haben, dann läuft es auch einfach mit dem Lernen.

Kann mal als Erwachsener in 2 Tagen Skifahren lernen?

Die Antwort ist eindeutig: Ja man kann! Mit der richtigen Ausrüstung, der richtigen Vorbereitung und einem Skilehrer ist das Skifahren lernen auch als Erwachsener kein Problem. Eine gute Grundfitness ist eine optimale Voraussetzung. Nicht jeder lernt gleich schnell Skifahren, doch wer mit Spass dabei bleibt, der kann in ein paar Tagen Skifahren lernen.

Fortschritte nach nur 2 Tagen bei einem Privat Skilehrer

2 Responses

  1. SchmidU sagt:

    Chapeau !
    Alles richtig gemacht, vor Allem Deine Bemerkungen betreffend Skischuhe.
    Ready für Messerli-Skiweekend !!!

  2. Marc Schürmann sagt:

    Tja, ausgebucht hat’s geheissen 😉

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