Eine für die Bucket List

Städtereisen sind eigentlich was ganz cooles. In drei bis vier Tagen kann man ziemlich viel von einer Stadt sehen, es gibt unzählige coole Städte anzuschauen und Flug und Hotel sind meistens noch bezahlbar. Bei meiner letzten Städtereise ging es nach Amsterdam. Auch eine der Städte, die ich unbedingt mal sehen wollte.

Anreise

Flug und Hotel buchten wir über die Reise Plattform ebookers. Der Flug wurde von der holländischen KLM durchgeführt und dauerte ab Zürich rund eineinhalb Stunden. Die Reise mit KLM war angenehm und das Personal freundlich. Ich würde jederzeit wieder mit KLM fliegen.

Hotel

Gebucht hatten wir das Corendon Amsterdam Hotel, in Amsterdam West und unmittelbar in der Nähe einer Metro Station, damit wir morgens jeweils zügig in die Innenstadt kamen. Ein 4 Sterne Hotel mit grossen Zimmern, ohne viel Schnick Schnack und schön eingerichtet. Ganz ok für diese Hotelkategorie. Das Preis-Leistung-Verhältnis stimmte.

Erste Stadterkundung

Check in im Hotel war erst um 15:00 Uhr und wir waren bereits um etwa 11:00 Uhr im Hotel angekommen. Wir liessen also unsere Koffer deponieren und erkundeten gleich einmal die Innenstadt und kauften gleich ein 72 Stunden Ticket für Metro, Bus und Tram.

Amsterdam Jordaan

Mit der Metro fuhren wir in die Innenstadt und erkundeten danach zu Fuss die unzähligen Strassen und Gassen und entdeckten schon ein paar tolle Sachen. Der starke Fahrradverkehr überraschte uns ziemlich. Klar, jeder weiss, dass in Amsterdam viele mit dem Fahrrad unterwegs sind, aber dass es gleich so viele Menschen sind, hätte ich wirklich nicht gedacht. Zusätzlich fahren auch Roller auf den Radwegen. Man muss höllisch aufpassen um nicht umgekarrt zu werden.

Durch die Innenstadt fliessen zahlreiche Kanäle, die sogenannten Grachten. Links und Rechts ankern oft Hausboote.

Städtereise Amsterdam
Innenstadt von Amsterdam mit den unzähligen Kanälen, sogenannte Grachten

Sexmuseum

Eher zufällig kamen wir am Sexmuseum vorbei, denn eigentlich waren wir auf dem Weg zu Body Worlds. Läppische 5 Euro kostete der Eintritt in das Sexmuseum. „Für den Preis bestimmt ein lohnenswerter Besuch“, dachten wir jedenfalls und wurden herbe enttäuscht. Zusammengefasst war das Museum ein Sammlung von Pornobildern, als hätte jemand Bilder aus Pornomagazinen ausgeschnitten und an die Wand gehängt. Wirklich lehrreich war das ja wohl nicht. Das Sexmuseum kann man sich somit getrost sparen.

Body Worlds

Body Worlds ist bei uns eher unter dem Namen „Körperwelten“ bekannt geworden. Hier werden plastinierte, menschliche Körper und Körperteile eindrücklich ausgestellt und detailliert erklärt. Die Ausstellungsstücke sind lediglich in englisch und holländisch beschriebe. Ich war fasziniert von den ausgestellten Exemplaren und fand die ganze Ausstellung sehr aufschlussreich und interessant.

Teilweise gab es eher makabere Sachen, die nicht für jedermann einfach zu verdauen sind. So wurde zum Beispiel in einem Raum die Entstehung eines Menschen gezeigt, vom Fötus bis hin zum fertigen Mensch.

Body Worlds Amsterdam
Body Worlds Amsterdam. Nichts für schwache Nerven.

Der Einlass kostete rund 20 Euro. Wer die Ausstellung noch nie gesehen hat, hat hier die Gelegenheit dazu, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

Body World Amsterdam
Eindrucksvolle plastinierte Menschen im Body Worlds Amsterdam

Die haben einer an der Waffel

Und zwar die zum Essen. Fast an jeder Strassenecke befand sich eine Bäckerei die mit Süsskram für Naschkatzen. Nicht kleine Snacks, sondern richtig heftige Zuckerbomben, die volle Dröhnung. Da wurde mal schnell ein ganzes Snickers auf eine Waffel gepackt und noch mit Schlagsahne dekoriert und Schokoladensauce verfeinert. Teilweise schon so übertrieben, dass einem der Appetit fast wieder verging, aber eben nur fast 😀

Paradies für Süsses - Städtereise Amsterdam
Zuckerbomben in Massen

Zucker zum Frühstück

Wir hatten unsere Reise ohne Frühstück gebucht und mussten uns jeweils was zum „Z Morge“ selber suchen. Am ersten Morgen frühstückten wir bei der Corner Bakery und ich bestellte gleich mal das Hardcore Menü für Zucker Fanatiker. Zuerst einmal eine heisse Schokolade mit Marshmallows und dazu ein Ladung Pancakes. Nicht grundlos war mir danach den ganzen Tag unwohl. Angefangen mit einem Zuckerschub, danach der Einbruch und die Müdigkeit. So ein Frühstück wollte ich mir nicht nochmal reinziehen. Geschmeckt hat es auf jeden Fall aber wow…healthy food adé.

Frühstück in Amsterdam
Kalornienarmes Frühstück…nicht

Es geht auch gesünder

Das nächste Frühstück sah dann schon viel gesitteter aus und vor allem viel gesünder. Nach so einer normalen Mahlzeit ging es mir dann schon viel, viel besser. Am zweiten Tag hatte ich übrigens gerade mal Bock auf ein Croissant, denn irgendwie war ich immer noch satt vom Vortag (oder es war mir immer noch schlecht). Bettina hatte da ein bisschen mehr bestellt. Das Lokal hiess Water & Brood. Der Name versprach keine Pancakes und Süsswaren, sondern einfach normales Frühstück. Sehr zu empfehlen und ein gemütliches Ambiente.

So muss Frühstück aussehen. Water & Brood in Amsterdam
So muss Frühstück aussehen. Water & Brood in Amsterdam

Boi Boi

Bei unserem Kurztrip nach Amsterdam hat und eigentlich nur ein Restaurant so richtig überzeugt: Das Boi Boi, gleich in der Nähe des Artis Zoo. Das Thailändische Restaurant war zwar mehr wie eine Imbissbude eingerichtet und es war bei vollem Haus ziemlich laut, aber das Essen war der absolute Wahnsinn und enorm lecker. Dazu noch ein vernünftiger und bezahlbarer Preis. Ein trendiges Restaurant, in das sich selten ein Tourist verirrt, mit fantastisch schmackhaftem Thai Food. Absolut empfehlenswert.

Boi Boi Thai Restaurant in Amsterdam
Monkey Balls (Fleischbällchen) mit frittierten Glasnudeln als Vorspeise

Magere Brug

Die Magere Brücke, eine alte, hölzerne Klappbrücke aus dem 17. Jahrhundert und ist auch heute immer noch in Betrieb. Mehrmals täglich wird die Brücke hochgeklappt um grössere Schiffe passieren zu lassen. Die Durchfahrt für Autos ist verboten und die Brücke ist ausschliesslich für Fussgänger und Radfahrer freigegeben. Abends wird sie eindrucksvoll mit 1200 Glühlampen beleuchtet.

Magere Brug, alte Holzbrücke in Amsterdam
Magere Brug, die Magere Brücke. Eine Klappbrücke aus dem 17. Jahrhundert

I amsterdam

Wohl eines der bekanntesten und meist fotografierten Motive in Amsterdam sind die Iamsterdam Buchstaben vor dem Rijksmuseum. Jeder hat sie irgendwo und irgendwann im Internet oder bei Freunden auf ihren Social Media Profilen gesehen. Das wollten wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen.

Der Platz vor dem Museum und der Iamsterdam Schriftzug sind ein beliebter Treffpunkt. Es wimmelte nur von Menschenmassen. Ein schönes Foto war kaum möglich. Zuhauf krakselten die Touristen auf die Buchstaben und posierten für ihren nächsten Instagram Post. Too many people für unseren Geschmack. Darum einfach einmal den Schriftzug von Hinten fotografieren, dann im Fotoeditor horizontal spiegeln und schwupps, hat es viel weniger Volk auf dem Foto 🙂 Kurz schnell mal ein bisschen bescheissen 😀

Iamsterdam Schrifzug
I amsterdam Schriftzug von hinten fotografiert und horizontal gespiegelt

Museumsviertel und die Museen

Viele der Museen waren nicht gerade günstig und kosteten jeweils zwischen 20 und 30 Euro. Dazu waren sie noch gut besucht, darum waren viele kontingentiert, wie etwa das bekannte Anne Frank Haus. Hier sind Tickets nur online zu ergattern und in der Schlange anstehen gehört zur Tagesordnung, trotz Ticket. Darauf hatten wir im Urlaub definitiv keinen Bock und liessen darum die meisten Museen links liegen.

Es gäbe eine Museumskarte für die meisten Museen, diese ist aber nur den Holländern vorenthalten und man benötigt einen holländischen Wohnsitz um eine solche Karte beziehen zu können. Schade…

Schlendern im Park

Amsterdam besitzt auch ein paar Grünanlagen, wo man dem Verkehrstrubel ein wenig entfliehen kann. Wir schlenderten ein wenig durch den bekannten Vondelpark. Sicherlich eine schöne Alternative zum Stadtlärm und um ein wenig Ruhe vor den Touristenmassen zu kriegen.

Vondelpark, die bekannte Grünanlage in Amsterdam

Filmmuseum

Das Eye Filmmuseum liegt auf der anderen Seite des Wasserkanals beim Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof von Amsterdam. Hier verkehren ständig Fähren zwischen den beiden Ufern und die sind für alle (oh welch Wunder) kostenlos. Wir fuhren also mit der Fähre rüber, zum Eye Filmmuseum. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten.

Auf der Terrasse des Filmmuseums

Kostenlose Ausstellung

Das Eye Filmmuseum bietet eine permanente Ausstellung zum Thema Film. Dieser kleine Teil ist für Besucher kostenlos. Man erfährt mehr über die Filmtechnik, Funktionsweise von Kameras und Technologien. Das beste war jedoch der Green Screen. Interaktiv konnten wir uns selber in einen Kurzfilm hineinprojizieren und halfen dabei einem Mädchen, Hunde aus dem Gefängnis zu befreien.

Natürlich gibt es auch weitere Ausstellungsräume, diese waren jedoch kostenpflichtig. Zu klein war unser Interesse um hier Euros zu investieren. Das Filmmuseum beherbergt ebenfalls mehrere Kinosäle in denen internationale und holländische Filme gezeigt werden.

Das kostenlose Ausstellung vom Eye Filmmuseum war jedenfalls ein Blick wert, denn schon nur die Gegend um das Museum lohnte sich für einen kurzen Abstecher.

Ausstellung von originalen Filmstreifen

Amsterdam Lookout

Gleich gegenüber vom Filmmuseum befand sich der Amsterdam Lookout. Ein kleiner, bescheidener Aussichtsturm, um einen Blick über Amsterdam zu erhaschen. Oben befand sich eine Schaukel, mit der man über dem Abgrund schaukeln konnte. Eintrittspreis: 12.50 Euro, plus nochmal 5 Euro für die Schaukel. Für den Preis verzichteten wir definitiv darauf.

Die besten Pommes in der Stadt

Nach einem strengen Tagesprogramm knurrte uns ein wenig der Magen. Die Zeit war noch zur früh, um schon gross Essen zu gehen, doch ein Snack lag drin. Beim schlendern durch die unzähligen Gassen entdeckten wir in einer Seitengasse eine Pommesbude, und gerade hatten wir beide Lust auf Pommes.

Erst später begriffen wir, das die besagte Pommesbude, als die beste in der Stadt gehandelt wird. Vlaams Friteshuis Vleminckx. Ein etwas komplizierter Name. Die Pommes waren der absolute Hammer. Nur die Entscheidung, zwischen 25 verschiedenen Saucen auszuwählen, viel uns dann doch ein bisschen schwer. Wer in Amsterdam ist, muss unbedingt einmal diese Kartoffelstäbchen gegessen haben. In der Schlange anstellen lohnt sich!

Micropia

Eigentlich waren wir auf dem Weg in den Zoo von Amsterdam, stiessen dann aber an ein Gebäude, dass mit Micropia angeschrieben war. Das Micropia ist eigentlich auch eine Art Zoo, einfach für mikrobiologische Lebewesen und der erste dieser Art auf der Welt. Es wurde erst 2014 eröffnet. Zusammen mit dem „normalen“ Zoo gibts ein Kombiticket für knapp 30 Euro. Ein gerechter Preis fanden wir.

Das neuartige und moderne Museum war gespickt mit digitaler Technik und lud zum mitmachen ein. Das Museum war logisch aufgebaut und alle Objekte waren interaktiv, zum anfassen, ansehen, riechen. Absolut genial und bestimmt nicht nur für Kinder. Wirklich ein absolutes Muss. Für mich das Highlight in Amsterdam. Ein kleines Museum in dem man Stunden verbringen kann und wir waren wirklich stundenlang drin.

Ameisenkolonie im Micropia Amsterdam
Ameisen bei der Arbeit

Artis Zoo Amsterdam

Der Artis Zoo wirkte am Anfang kleiner, als er eigentlich war. Er beherbergte eine Vielzahl von Tieren. Die Elefanten und Giraffengehege waren ziemlich gross, nur der Löwe und die Seelöwen hatten nicht gerade viel Platz. Die Anlagen waren teilweise ziemlich alt. Der Zoo selber bot viel Abwechslung und teilweise begehbare Gehege, wie etwa das Schmetterlingshaus oder das Gehege der Kängurus.

Im Zoo selber befand sich noch ein Planetarium, aber irgendwie war das an unserem Besuchstag geschlossen oder wir waren einfach zu spät.

Ich finde Zoos immer toll, wenn die Tiere artgerecht gehalten werden. Im Artis Zoo versuchte man dem auch gerecht zu werden, wie das neu gebaute Elefantengehege auch bewies. Wer gerne Tiere im Zoo bestaunt, kann mit gutem Gewissen in den Artis Zoo.

Fotobomb eines Seelöwen in Amsterdam
Da hat sich ein Seelöwe ins Bild geschlichen

Rotlichtviertel De Wallen

Wer, wie wir, noch nie ein Rotlichtviertel gesehen hat, hat in Amsterdam die Chance dazu. Das Viertel ist bekannt und am Abend war hier sehr viel los. Die Damen präsentierten sich gleich reihenweise in ihren Schaufenstern. Es gab Bars, Kanalfahrten, Tanzlokale, Essensstände und die Gassen waren voll von Menschen, grösstenteils Touristen. Einheimische trifft man hier eher selten an. 

Aber Achtung, die leicht bekleideten Mädchen zu fotografieren ist strickt untersagt. Schilder weisen klar darauf hin, die Frauen zu respektieren. Ansonsten kann man hier schnell einmal Ärger kriegen.

Wir waren ziemlich früh im Rotlichtviertel unterwegs und nur vereinzelt präsentierte sich eine Prostituierte in einem Schaufenster. Wer ein wenig mehr über das Rotlichtviertel wissen will, für den empfehle ich einen Artikel von Focus Online.

Grachten

Viel schöner und ruhiger als das Rotlichtviertel waren die unzähligen Kanäle, die sogenannten Grachten, die sich durch die ganze Stadt ziehen. Abends reflektiert das Wasser die Strassenbeleuchtung und Amsterdam wirkt dann komplett anders als am Tag. Es entsteht sogar eine leich romantische Stimmung.

Gracht in Amsterdam
Gracht in Amsterdam am Abend.

Nerd Paradies

Ich als Nerd hatte natürlich meine helle Freude an den vielen PopCult Läden. Hier gab es fast alles was mein Nerd Herz begehrte und natürlich habe ich mir etwas gekauft. Zwei neue Caps, eines mit einem Gameboy drauf und eines mit dem Super Nintendo Logo. Gute alte Game Zeiten.

Nintendo Caps
Neue Nerd Caps aus dem PopCult Store in Amsterdam

Städtereise Amsterdam

Amsterdam war für uns interessant und vielseitig. Es gibt viel zu sehen. Die Grachten und die vielen Radfahrer waren aussergewöhnlich. Amsterdam ist eine schöne Stadt und die historischen Stadtgebäude passen zum Stadtbild.

Amsterdam ist aber auch teuer und wird touristisch überrannt, und wir waren nicht einmal zur Hochsaison dort. Manchmal wurde uns indirekt vermittelt, dass wir als Tourist eher lästig sind, was ich bei diesem grossen Andrang auf die Stadt auch verstehen kann.

Wenn ich im Urlaub auf Holländer treffe, sprechen die meisten immer fliessend Deutsch. In Amsterdam aber, verstand beinahe niemand Deutsch. Wir konnten uns aber gut mit Englisch durchschlagen. Speisekarten, Museen usw. sind ebenfalls meist in Englisch und Holländisch angeschrieben.

Amsterdam war schön aber einmal gesehen reicht fürs Erste. Athen und Wien begeisterten mich um ein vielfaches mehr als die niederländische Hauptstadt.

Bye Bye Amsterdam

1 Response

  1. Hey, sehr cooler Bericht und ihr wart sogar im Zoo, find ich suuuper!
    Nur den Look Out mit der Schaukel, den würde ich nicht auslassen, das Erlebnis ist mega und die Bilder, die man dort schießen kann, auch! Bei mir gibts auch einen kleinen Bericht über Amsterdam, vielleicht hast du ja Lust ihn dir anzuschauen! Viele Grüße, Petra von FreerideInc.at

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