🕒 Lesedauer: 5 Minuten
Mittelschwere Wanderung

Grosser und kleiner Mythen | Die Hausberge von Schwyz

Majestätisch ragen der kleine und der grosse Mythen über der Stadt Schwyz. Der Kanton Schwyz bietet viele interessante Wander- und Mountainbiketouren, wie etwa die Wanderung durch die Moorwälder der Ibergeregg oder die Biketour rund um die beiden Mythen.

Tatsachen in Zahlen

Distanz: ~ 10 km
Wanderzeit: ~ 4.5h
Aufstieg: ~ 700 m
Abstieg: ~ 700 m
Schwierigkeit: ~ mittel

Anfahrt und Parkplatz

Auf der Ibergeregg gibt es einen grossen, kostenpflichtigen Parkplatz. Alternativ kann auch in Brunni oder Schwyz parkiert werden und von dort nimmt man entweder die Luftseilbahn Brunni-Holzegg oder die Rotenfluebahn.

Brunni, Schwyz und die Ibergeregg sind auch bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Wanderbericht

Wanderung zum Sonnenaufgang auf dem Grossen Mythen: Ibergeregg – Müsliegg – Stäglerenegg – Holzegg – Grosser Mythen

Der Grosse Mythen ist ein beachtlicher Gipfel, der hoch in den Himmel ragt und in Form und Farbe besticht. Kein Wunder wollen ihn jährlich mehr als 40’000 Berggänger erklimmen. Wer schon mal in den Genuss des Panoramas kam, wird nicht das letzte Mal oben gewesen sein.

Mir ist völlig bewusst, dass der Grosse Mythen schon lange kein Geheimtipp mehr ist und trotzdem möchte ich euch diese Tour nicht vorenthalten. Ein besonderes Erlebnis ist nämlich der Sonnenaufgang auf dem Grossen Mythen.

Aussicht auf den Grossen und Kleinen Mythen.
Aussicht auf den Grossen und Kleinen Mythen. | © Melanie Meister

Auf der Ibergeregg starteten wir rund 2.5 Stunden vor Sonnenaufgang zur Wanderung auf den Grossen Mythen. Ausgerüstet mit warmer Kleidung und Stirnlampe folgten wir dem breiten Kiesweg vorbei an der Müsliegg und Stäglerenegg. Nach rund 45 Minuten erreichten wir die Bergstation Holzegg. Bis dahin gab es kaum eine nennenswerte Steigung und es hatte für diese Jahreszeit ungewöhnlich viel Nebel. Kurz nach dem Berggasthaus Holzegg beginnt der Anstieg auf den Gipfel. Mit guter Kondition erreicht man das Gipfelkreuz ab hier in 1 Stunde und 15 Minuten. Im dichten Nebel steigen wir Schritt für Schritt höher und folgen dem nun steilen und steinigen, aber gut gesicherten Bergweg. Die Steine sind teilweise rutschig, es empfiehlt sich gutes Schuhwerk. Wir entdecken vor und hinter uns kegelförmige Lichtstrahlen aus den Stirnlampen von anderen Frühaufstehern.

Steile Wanderung auf den Grossen Mythen
Gutes Schuhwerk ist Voraussetzung. | © Melanie Meister

Unsere Augen sind im Nebel starr auf den unebenen Pfad fixiert und so bemerken wir nicht sofort, dass wir die Nebelgrenze überschritten haben. Umso magischer der Moment als wir realisieren, was für eine schöne, fast schon surreale Welt sich vor uns zeigt. Vergleichbar mit den Landschaften von Avatar oder Herr der Ringe. Es beginnt langsam zu dämmern und wir verzichten auf das unnatürliche Licht der Stirnlampe.

Morgendämmerung über dem Nebelmeer auf dem Grossen Mythen.
Morgendämmerung über dem Nebelmeer auf dem Grossen Mythen. | © Melanie Meister

Nach 47 Kehren erreichen wir, rechtzeitig bevor die Sonne aufgeht, das Mythenhaus auf 1848 m. Dieses ist ab dem ersten Sonnenstrahl für Gäste geöffnet. Den gewünschten Sonnenaufgang mit den wundervollen Farben sehen wir an diesem Morgen leider nicht. Wolken verdecken die Sonne. Stattdessen bewundern wir das endlose Nebelmeer und benennen die daraus ragenden Gipfel. Mit ungefähr zehn weiteren Menschen, die am heutigen Tag eine Wanderung auf den Grossen Mythen machten, geniessen wir die magische Morgenruhe.

Sonnenaufgang hinter den Wolken auf dem Grossen Mythen oberhalb Schwyz.
Sonnenaufgang hinter den Wolken. | © Melanie Meister

Wir schmausen vom mitgebrachten Zmorgeplättli und dösen ein wenig vor der Hütte. Die ersten Sonnenstrahlen auf unseren Wangen wärmen uns auf. Wenn wir doch nur so fliegen könnten wie die Alpendohlen hier oben.

Frühstück auf dem Berg
Selbst mitgebrachtes Zmorgeplättli. | © Melanie Meister

Nachdem sich der Nebel auch um 12.00 Uhr noch nicht richtig aufgelöst hat, nehmen wir den Abstieg in Angriff. Währenddessen kreuzen wir abermals andere Menschen, welche die Wanderung auf den Grossen Mythen und den Ausblick noch vor sich haben. Wir kommen ebenfalls wieder, keine Frage.

Alpendole auf einem Felsvorsprung
Frei wie eine Alpendohle. | © Melanie Meister

Empfehlungen, Gastronomie und Wissenswertes

Die Sonnenaufgangszeiten können online abgerufen werden.

Das Mythenhaus auf dem Gipfel ist geöffnet von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und hat ein kleines aber feines Angebot.

Das Berggasthaus Holzegg am Fusse des Grossen Mythen lädt mit der grossen Sonnenterrasse zum Verweilen ein.

Wer auf dem Rückweg schon wieder hungrig ist, findet dann noch beim Hotel Passhöhe auf der Ibergeregg eine grosse Auswahl an Köstlichkeiten.

Naturvolk, Fauna und Flora

Interessant auf der Wanderung auf den Grossen Mythen ist dessen rote Kappe. Die rote Farbe stammt von den eisenhaltigen Mineralien im Kalkstein. Dieser stammt aus der Kreide-Zeit und ist ein Überbleibsel von einst grossen Gesteinsschichten. Spannend ist, dass das untere graue Gestein viel jünger ist. Die rötliche 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht kommt ursprünglich aus Italien und Spanien und hat sich im Laufe der Zeit über den Gotthard und die bestehenden 50 Millionen Jahre alten Gesteine geschoben. Seitdem ist sie geblieben und lässt den oberen Teil des Grossen Mythen rötlich erleuchten.

Fazit, Alternativen und Highlights

Früh aus den Federn zu hüpfen, lohnt sich für diese Wanderung auf den Grossen Mythen auf jeden Fall. Ob mit oder ohne Nebel, die Morgenstimmung und Weitsicht sind in jedem Fall einmalig. Den Nebeneffekt von weniger Berggängern zur frühen Stunde hat man auch noch dazu. Also los, Wecker stellen. Wer 2.5 Stunden vor dem Sonnenaufgang losmarschiert, liegt gut in der Zeit.

Wie bereits beschrieben kann die Tour auch von Brunni via Luftseilbahn Brunni-Holzegg gewandert werden.

Eine weitere Alternative ist der Start in Schwyz via Rothenfluebahn nach Stäglerenegg – Holzegg – Grosser Mythen.

Impressionen

GPS Track


Melanie Meister

Melanie hat sich nach etwa mehr als einem Jahr bei allmountain.ch entschieden, einen neuen Weg einzuschlagen. Als ausgebildete Wanderleiterin konzentriert sie sich nun ganz auf ihr geliebtes Hobby – dem Wandern. Deshalb hat sie ihr eigenes Projekt melaniemeister.ch gestartet.

2 Responses

  1. Kabel sagt:

    Ein sehr guter Bericht. Für viele Fragen habe ich hier bereits die Antwort erhalten. Auch bin ich immer wieder froh wenn ich Bilder sehe. Der Grund ist, dass ich immer mit Hund unterwegs bin und anhand von Bildern wenn ich sonst keine Informationen habe,einschätze ob es geht oder nicht. Vielen Dank für diesen sehr wertvollen Bericht und Tipps.

    • Marc Schürmann sagt:

      Hallo
      Vielen Dank. Gerne darfst du mir auch jeweils mitteilen, ob Touren hundetauglich sind, dann kann ich dies im Text sogar noch ergänzen. Da freuen sich andere, die mit Hund wandern gehen, ganz bestimmt.
      Liebe Grüsse aus Lenzerheide
      Marc

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