Am vergangenen Wochenende war es endlich wieder soweit. Die Ferienregion Lenzerheide lud erneut zum grossartigen UCI MTB World Cup. Bereits letztes Jahr war ich von diesem spektakulären Anlass absolut begeistert. Nur logisch, dass ich auch in diesem Jahr wieder dabei war. Heuer einfach einen Tag früher. Doch zuerst zu einem anderen Thema: Für meine vier Wochen Sommerferien plane ich einen Camping Trip und klappere diverse Bikedestinationen ab. Unterwegs bin ich dabei mit meinem Skoda Octavia Kombi. Beim rumstöbern im Internet, entdeckte ich Heckzelte für Busse und SUV’s. „Funktioniert bestimmt auch an meinem Kombi“, dachte ich. Und wie der Zufall so wollte, wurde genau solch ein Heckzelt bei ricardo.ch angeboten, für läppische CHF 140.00. Das Heckzelt war schnell ersteigert und ich plante die ersten Campingversuche gleich in der Lenzerheide, am World Cup Wochenende.

Am Freitag Morgen holte ich mein ersteigertes Heckzelt in Würenlos ab und fuhr danach weiter in die Lenzerheide. Vorgängig hatte ich keinen Stellplatz auf dem TCS Campingplatz reserviert, machte mir jedoch keine Sorgen etwas zu finden. Irgendwo findet der Chef immer ein Plätzchen. Ich war Anfangs überrascht, dass der Camping Besitzer sich noch an mich erinnerte und sowieso mit mir gerechnet hatte. Er stellte mir ein schattiges Plätzchen, nahe den Sanitäranlagen, zur Verfügung. Als Erstes inspizierte ich den Stellplatz und platzierte mein Auto so, um das neue Heckzelt ideal aufstellen zu können. Ich war zuerst ein wenig besorgt, ob ich das Zelt überhaupt alleine aufstellen konnte, war dann schnell begeistert, als ich merkte, wie einfach das Zelt alleine aufzustellen war.

UCI MTB Worldcup Lenzerheide
Neues Heckzelt für meinen Skoda Octavia

Am Freitag fanden die Qualifikationsrennen im Downhill statt. In der ganzen Region herrschte noch kein grosser Publikumsaufmarsch und ich nutzte den Nachmittag für gute Fotos. Am den restlichen beiden Tagen wollte ich die Rennen geniessen und mit Freunden ein Bierchen trinken. Deshalb knipste ich meine Fotos bereits am Freitag, da hatte ich Zeit und Ruhe. Da die Eintrittskarten für Freitag noch nicht gültig waren musste ich die Bergfahrt der Rothornbahn bezahlen, entschied mich daher spontan für die Gravity Card. Das Downhill Saison Abonnement für diverse Bikeparks. Hätte ich eigentlich schon viel früher kaufen sollen, da ich den Betrag von CHF 415.00 eigentlich schon fast ausgeschöpft hatte. Lieber zu spät als nie, dachte ich.

Bei der Mittelstation und beim Start der Frauen startet ich meine Wanderung entlang der Strecke und schoss dabei reichlich Fotos und freute mich Stars der Szene und Vorbilder hautnah miterleben zu dürfen. Bei der Talstation angekommen, hatte ich die Speicherkarte der Kamera bereits gut gefüllt. Für Samstag entschied ich mich dazu, definitiv die Wanderschuhe anzuziehen. Die Sneakers waren nicht sonderlich gebirgstauglich. Ich schlenderte noch durch das Fahrerlager und unterhielt mich kurz mit Emilie Siegenthaler über ihren Sturz und ihren Qualirun. Bei YT musste ich mir standesgemäss ein Shirt ergattern, da ich ja jetzt selbst ein YT Tues fahre, gehört passende Kleidung einfach dazu.

Am Abend war ich dann zum Essen bei Freunden eingeladen. Wir philosophierten über Bikes und den Worldcup, tranken ein paar Bier und genossen das saftige Fleisch vom Grill. Vielen Dank nochmals für die Einladung und das feine Gourmet Menü. Am späteren Abend traf meine Freundin ein und wir machten es und im Kofferraum meines Autos bequem. Nach der ersten Nacht war ich begeistert vom neuen Heckzelt. Eine grandiose Erfindung. Wir konnten beim offenem Kofferraum schlafen und hatten zusätzlichen Wohnraum für Gepäck. Die ersten Tests waren schlicht nur positiv. Nur hatten wir leider nie die Zeit um den neuen Gaskocher auszuprobieren. So nahmen wir am Schluss die Ravioli Büchse wieder nach Hause. Wir starten schon bald einen neuen Anlauf.

Am Samstag Mittag starteten die grossen Downhill Rennen. Zuerst die Junioren, danach die Frauen und am Schluss die Männer. Nach einem rund halbstündigen Marsch vom Campingplatz bis zur Talstation der Rothornbahn, trafen wir und bei der Z Bar mit Freunden. Nach dem ersten Bier und bei traumhaftem Wetter fuhren wir mit der Gondel zum start des Rennens. Bei der Bergstation Scharmoin noch schnell ein Gruppenfoto geschossen, bevor sich die erste Fahrerin auf den Track wagte.

UCI MTB Worldcup Lenzerheide
The Gang @ UCI MTB Worldcup Lenzerheide

Mit genügend Bier im Rucksack liefen wir der Streck entlang den Berg runter, lautstark jubelnd und anfeuernd. Stetig in Gespräche vertieft oder mit Anfeuerungsrufen beschäftigt. An jedem Getränkestand wurde ein Zwischenstopp eingelegt um Proviant nachzufüllen. Wir waren eine grandiose Truppe und es machte riesigen Spass den Downhill World Cup live mitzuverfolgen. Die Top 10 Fahrer verfolgten wir live auf Grossleinwand bei der Talstation. Von hier konnte man eigentlich das Rennen am besten verfolgen. Das Runterlaufen während des Rennen für mich jedoch ein Muss. Die Stimmung war während des ganzen Rennen bombastisch. Es kam richtige Festivalstimmung auf. Das Publikum jubelte und hatte stets gute Laune. Die Athleten wurden lautstark angefeuert, mit Hupen, Pfeifen und Motorsägen. Motorsägen gehören bei Downhillrennen einfach dazu und ausgediente Biketeile eignen sich perfekt um Krach zu veranstalten.

UCI MTB Worldcup Lenzerheide
Crazy Fans

Nach den Rennen trafen wir uns zum gemütlichen Beisammensein am Heidsee, grillierten und tranken noch ein paar kühle Bier. Diverse Factory Teams taten uns gleich und waren rund um den See anzutreffen. Die Commencal Jungs und Mädels zeigten dabei ein paar Tricks auf ihren Bikes. Der heisse Tag und die kühlen Biere verleiten schnell einmal für ein paar Dummheiten zuviel. Ein Mechaniker des Commencal Teams schrottet ein Bike, als er mit dem Hinterrad hart auf einen Stein aufschlug. Die Felge konnte diesen Kräften nicht standhalten. Der Hinterreifen war zerfetzt, der Schlauch geplatzt und das Rad komplett verbogen. Die können sich sowas ja leisten.

Am Sonntag entschieden sich unsere Freunde fürs Biken. Wir hatten unsere Bikes an diesem Wochenende Zuhause gelassen und wollten am Sonntag die beiden Cross Country Rennen mitverfolgen. Der Sonne brannte so richtig an diesem Tag. Wir litten ein wenig unter der Hitze und waren froh schon bald im schattigen Wald das Rennen zu verfolgen. Das Publikum war an diesem Tag viel familiärer. Wir hörten keine Motorsägen mehr und Mineral löste Bier ab. Die Stimmung war gut aber nicht zu vergleichen mit dem Renntag zuvor. Das Publikum beim Downhillrennen war viel lauter, kreativer, verrückter. Ehrlich gesagt wurde das Cross Country Rennen schnell einmal langweilig. Wir waren jedoch erstaunt über das hohe Renntempo und die starken Leistungen der Fahrerinnen und Fahrer. Es ist faszinierend was hier an körperlicher Arbeit vollbracht wird. Die Muskeln arbeiten eineinhalb Stunden auf Höchstleistung. Beim Downhill kriegt man im Publikum nicht viel mit, wie anstrengend dies für die Athleten ist, beim Cross Country hört man die Fahrerinnen und Fahrer ächzen und schnaufen wenn sie vorbeirauschen.

Ein paar unserer Freunde waren bereits wieder zurück und am See, da im Alpenbikepark Chur ein grosser Menschenandrang war und die Hitze fast schon unerträglich. Wir verfolgten also noch das Rennen der Frauen und begaben uns danach ebenfalls zum See um ein wenig Abkühlung zu finden. Um dem grossen Verkehrsaufkommen ein wenig zu umgehen, fuhren wir um etwa 16:00 Uhr zurück nach Hause, hielten noch kurz für einen Einkauf beim Outletparadies in Landquart und für den Einkauf des Abendessens an einer Tankstelle.

Der UCI MTB World Cup war wieder einmal ein grandioser Anlass und äusserst gelungen organisiert. Das Wetter hat wieder einmal perfekt mitgespielt und die Stimmung war überwältigend. Die Rennen waren spannend bis zuletzt. Ich gratuliere Carina und Emilie für ihre tollen Leistungen. Es ist super das unsere Schweiz beim Downhillsport vorne mitmischt. Wir hatten riesigen Spass und eine verdammt gute Zeit. Bereits jetzt freuen wir uns auf weitere solche Sportanlässe in der Lenzerheide und sind natürlich auch im nächsten Jahr wieder dabei.

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