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Leichte Tour

Die letzten wärmeren Herbsttage gehen langsam aber sicher zur Neige. Längere Tagestouren sind für mich wegen der Kälte nun schwerer zu bewältigen und ich wähle daher die Routen kürzer. Am letzten Wochenende war jedoch nochmals ein wohlig warmer Herbsttag. Auf Chregu’s Bikeblog habe ich die exklusive Zugerrunde entdeckt und schon länger im Hinterkopf. An diesem Wochenende nahm ich die genannte Tour in Angriff. Wohl eine der letzten Möglichkeiten in diesem Jahr um noch solch eine Tour zu startet. Mit dabei war auch an diesem Wochenende mein Arbeitskollege Raphael.

Wir starteten die Tour beim Parkplatz beim Schwimmbad in Baar. Der Weg beginnt moderat, auf einer asphaltierten Strasse, flach und kaum befahren. Ausser von den Gruppe Biker die uns flott überholten. Am Ende der Teerstrasse wechselt der Weg auf eine Kiesstrasse. In dieser Jahreszeit natürlich komplett mit Laub bedeckt. Ebenfalls begann damit der erste kleine Aufstieg. Ein stetiges auf und ab, immer der Sihl entlang, welche gemütlich vor sich hin plätscherte. Ein cooler, kurzer Trail zum warm werden mit ziemlich steilen Passagen. Der Puls war nach den ersten 20 Minuten sicherlich schon zwei Mal auf Maximum.

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Ein wenig später änderte sich die hölzerne Waldlandschaft und Felswände säumten den Wegrand. Vor dem ersten kleinen Highlight der Tour mussten wir einen kurzen Stopp einlegen, um die Beleuchtung ans Bike zu montieren. Denn ab hier ging es durch alte und dunkle Wasserkanäle welche am Flussrand entlang führen. Es war ziemlich spannend durch die dunklen Höhlen zu fahren. Den Kopf immer eingezogen. Zum Glück sind wir nicht sehr grossgewachsen.

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Alte Wasserkanäle. Unbedingt Licht dabei haben

Der erste Teil der Tour war schon recht spannend. Höhenmeter wurden jedoch nur wenige abgestrampelt. Der Hauptanstieg folgte nun erst und er begann brutal. Knapp nach der Hälfte und wohl schon über maximal Puls musste ich mich dem Berg geschlagen geben. Absteigen und schieben gehörte auch wieder einmal dazu. Der erste Anstieg war jedoch nur kurz und schon bald war die Neigung wieder fahrbar.

Stetig führt der Weg weiter nach oben. Nach kurzer Zeit queren wir einen kleinen See bevor wir auf eine Teerstrasse wechseln.

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Ab hier führte der Weg bis auf den Gottschalkenberg nur noch auf einer asphaltierten Strasse. Auf der ganzen Strecke kam uns jedoch nur eine handvoll Autos entgegen. Man kann also behaupten die Strasse ist nicht wirklich befahren. Leider führte die Bergstrasse auf der schattigen Seite hoch und bei einigen Stellen fröstelte es uns doch bereits ein wenig. Den ersten Pausenbreak legten wir daher bei der einzigen an der Sonne gelegenen Bank ein. Unsere heutigen Pausen waren jedoch nur von kurzer Dauer. Da wir erst gegen Mittag gestartet sind und wir eine Fahrzeit von etwa drei Stunden einrechneten, lagen lange Pausen nicht drin, denn wir wollten noch vor Einbruch der Dunkelheit wieder am Ausgangspunkt zurück sein. Die Aussicht beim ersten Rastplatz war jedoch schon vielversprechend.

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Der Aufstieg führt immer weiter hinauf bis zum Ziel Gottschalkenberg. Leider war eben aus den genannten Zeitgründen ein Einkehren ins Restaurant nicht möglich. Somit gönnten wir uns auf dem Kinderspielplatz unseren wohlverdienten Snack und rüsteten uns für die Abfahrt. Nasse Kleider wechseln sowie Windstopper anziehen und mit Protektoren ausrüsten. Safety first. Hinfallen ist das eine, Auskühlen das Andere. Um beides zu verhindern waren wir ideal ausgerüstet.

Panorama Tafel auf dem Gottschalkenberg
Panorama Tafel auf dem Gottschalkenberg

Die Abfahrt ist ziemlich viel WOW. Guter Speed und mächtig viel flow. Wurzelfelder kann man perfekt mit einem gekonnten Hopps überspringen. Der natürliche Weg verfügt über Steilwandkurven, kleinere Drops und leichten Sprüngen. Wirklich ein gelungener Naturtrail. Leider wie immer etwas zu kurz. Der Trail endete schon ziemlich schnell auf einer Kiesstrasse. Hier bietet sich jedoch eine schöne Aussicht auf den Ägerisee.

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Weiter unten endet der Waldweg auf einer Teerstrasse. Von hier aus strampelten wir wieder ein kurzes Stück bergauf, um über einen weiteren Wanderweg noch ein wenig länger Trailluft zu schnuppern. Danach ist dann jedoch definitiv Schluss und die Route führte auf der normalen Hauptstrasse runter bis Unterägeri. Hier durchquerten wir das Dorf auf der Strasse, weiter Richtung Baar zurück. Beim Verlassen bogen wir auf einen weiteren Waldweg ab. Diese breite Kiesstrasse führt im Ägerital hinunter bis zum Ausgangspunkt in Baar. Dabei kreuzten wir die berühmten Höllgrotten.

Alles in allem eine schöne und aufregende Tour. Kalt war es auf jeden Fall aber es hat sich gänzlich gelohnt. Die Abfahrt ist kurz aber richtig spassig. Sicherlich eine Tour um wiederholt zu werden.

GPS Track


Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft, dem Mountainbiken.

1 Response

  1. Stefan sagt:

    Hoi Marc
    zunächst einmal Gratulation zu deinem sehr gelungenen Blog.
    Wir (beide ü55) haben schon einige deiner Routen nachgefahren, wie z.B. den Längeneggpass oder Gisliflue mit Linner Linde oder eben diesemal Gottschalkenberg.
    Du beschreibst die Touren sehr treffend, und es gibt uns ein gutes Gefühl dir „nach zu fahren“. Was der Marc schafft, schaffen wir auch. Ok, zugegeben mit e-MTB und an manchen Stellen wird abgestiegen oder die asphaltierte Umfahrung genommen.
    Was auf dieser Route aber unbedingt erwähenswert ist, ist die Wanderhütte Grümel mitten in einer grünen Wiese, kurz nach dem Gottschalkenberg mit schöner Aussicht über den Aegerisee. Dort sind MTBler herzlich willkommen zu Kaffe und Kuchen, zumindest an einem sonnigen Sonntag.

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