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Die Kapazität eines Akkus ist begrenzt. Die Akkuleistungen werden zwar immer besser, doch unbegrenzt Energie wird in den nächsten Jahren leider nicht zur Verfügung stehen. Ich gebe dir daher Tipps, wie du die Reichweite deines E-MTB steigern kannst. Mit meinem Bixs Lane E16 habe ich mit einer Akkuladung schon über 50 km und rund 3000 Höhenmeter geschafft.

Weniger Gewicht bedeutet mehr Reichweite

Das Gewicht beeinflusst stark die Reichweite deines E-MTB. Je weniger Gewicht Bike und Fahrer:in auf die Waage bringen, desto weiter die Reichweite. Es nützt nicht viel, wenn du tausende von Euros ausgibst, um dein E-MTB bis aufs letzte Gramm zu optimieren. Das Geld gibst du lieber für andere Sachen aus. Zum Beispiel für allmountain Merch :D. Achte daher lieber auf dich und deine Ausrüstung. Hast du über den Winter ein wenig Hüftspeck angelegt, dann können deine zusätzlichen Pfunde die Reichweite negativ beeinflussen. Das ist aber nicht schlimm, durchs E-Biken verlierst du die überflüssigen Pfunde ja locker wieder. Schau mal in deinen Rucksack und frage dich, ob wirklich alles auf die Tour mit muss. Ballast gerne daheim lassen. Indem du das Gewicht deiner Ausrüstung reduzierst, kannst du ein paar Kilometer herausholen. Weniger Gewicht bedeutet also mehr Reichweite mit dem E-MTB.

Temperatur

Die Akkuleistung lässt bei tiefen Temperaturen nach. Somit kommst du an kalten Herbsttagen weniger weit, als in den warmen Sommermonaten. Wenn du das Maximum aus deinem E-MTB Akku rauskitzeln willst, dann schaffst du das nicht an kalten Tagen. Nur bei warmem Wetter hast du mehr Reichweite mit dem E-MTB.

Alp Flix
Die Akkuleistung schwindet bei niedrigen Aussentemperaturen. | © Marc Schürmann

Ein sauberes und gepflegtes E-MTB

Wenn du dein E-Bike sauber hältst und es immer schön schmierst und fettest, dann rollt es beinahe schon von allein. Ein verdrecktes Bike hat höhere Reibung an Kette und Antrieb und verbraucht somit mehr Energie als ein sauberes Fahrrad. Gut geschmiertes E-MTB bedankt sich bei dir mit mehr Reichweite. Für die Pflege empfehle ich Produkte von Muc-Off.

Die richtige Unterstützungsstufe

Wenn du die ganze Zeit auf maximaler Power fährst, ist die Reichweite deines E-Bikes logischerweise kleiner als im Eco-Modus. Ein wenig Spucke in den Beinen solltest du also schon haben. Fahre wenn möglich so viel mit niedrigster Unterstützungsstufe wie möglich. Sollte dennoch mal ein steiler Anstieg kommen, kannst du mit mehr Unterstützung fahren. Oben angekommen solltest du dann aber wieder runterschalten. Auf langen Touren fängst du auf der niedrigsten Stufe an und wenn deine Beine langsam müde werden, kannst du eine Stufe höher schalten. Es ist wie bei einem Marathon: nicht schon am Start das ganze Pulver verschiessen :D.

Fahre ohne Schlauch, fahre Tubeless

Tubeless montierte Reifen sind flexibler und passen sich besser dem Untergrund an. Sie dämpfen kleinere Unebenheiten besser weg. Hindernisse werden einfach überrollt. Mit Tubeless monierten Reifen holst du also minimal ein weniger mehr Reichweite mit deinem E-MTB heraus.

Der richtige Reifen fürs E-Mountainbike

Ein guter Reifen ist essenziell für Traktion, Grip und geringen Rollwiderstand. Vittoria hat etwa eine eigene E-Bike Linie entwickelt. Mit einer speziellen auf E-Bikes abgestimmten Gummimischung verspricht der italienische Hersteller mehr Reichweite mit dem E-MTB. Auf meinem Bixs Lane E16 fahre ich daher einen E-Mazza am Vorderrad und einen E-Martello am Hinterrad. Mehr über den richtigen Reifen am Mountainbike erfährst du hier.

Vittoria Mazza MTB Reifen
Vittoria hat eine eigene Reifenlinie extra für E-Bikes | © Marc Schürmann

Der richtige Luftdruck im Reifen

Der Rollwiderstand des Reifens beeinflusst die Reichweite. Auch der gefahrene Luftdruck hat einen signifikanten Einfluss auf die Reichweite. Dabei bedeutet nicht, dass du mit mehr Luft in Pneu auch weiter kommst. Bist du im Gelände unterwegs, dann rollt ein Reifen mit weniger Luftdruck einfacher über Hindernisse und verschwendet weniger Energie. Auf glattem Untergrund ist es sinnvoll einen höheren Druck zu fahren. Passe also den Reifendruck deiner Tour an. Den Luftdruck checkst du am besten mit einem speziellen Messgerät oder mit einer guten Standpumpe.

Gleichmässige Trittfrequenz

Fahre gleichmässig, um noch mehr Reichweite aus deinem E-Bike Akku zu kitzeln. Vermeide unnötige Stopps und ständiger Wechsel der Geschwindigkeit. Versuche so gleichmässig wie möglich zu pedaliere. Ab einer Trittfrequenz von rund 75 Umdrehungen pro Minute arbeiten E-MTB Antriebe am effektivsten.

Ride Concepts Hellion MTB Schuhe
Eine gleichmässige Trittfrequenz spart Energie und erhöht die Reichweite mit dem E-MTB | © Marc Schürmann

Der richtige Gang

Wie oben erwähnt, holst du mit einer gleichmässigen Trittfrequenz ordentlich mehr Reichweite mit deinem E-MTB raus, dazu gehört aber auch ein smarter Einsatz deiner Gangschaltung. Ist der Gang zu schwer, arbeitet dein E-Bike mehr, obwohl deine Beine selbst mehr tun könnten. Bei zu einem leichten Gang verschwendest du ebenfalls unnötig Akkuleistung. Arbeite also mehr mit den Gängen, als mit der Unterstützungsstufe. Nicht umsonst hat auch ein E-Bike eine 1×12 Gangschaltung.

Die Ideallinie wählen

Mit dem E-Bike machen Uphilltrails richtig viel Spass, energiesparend ist es aber nicht. Wenn du unterwegs bist und möglichst viel Reichweite aus deinem E-Bike herausholen willst, dann achte darauf, dass du Hindernisse, wenn möglich, umfährst. So läuft das Rad runder und verbraucht weniger Akkuleistung.

Zweiter Akku

Tja, wer hätte jetzt erwartet, dass ein zweiter Akku die Reichweite deines E-Bikes vergrössert? Klar, es ist jetzt nicht der intelligenteste Tipp, aber ein verdammt guter. Mit einem zweiten Akku im Rucksack kommts du überallhin. Dein E-Bike kennt keine Grenzen mehr :D. Falls du keinen zweiten Akku für dein Bike hast, kannst du auch das Ladekabel einpacken und beim Einkehren in die Berghütte, deinen Akku wieder ein wenig auftanken. Viele Bergrestaurants und Bike Destinationen bieten auch Ladestationen vor Ort.

Calanda oberhalb Chur
Mit ein paar Energiespartipps kommst du mit deinem E-MTB hoch hinaus. | © Marc Schürmann

Wie weit kommst du?

Was sind deine Energiespartipps fürs E-Biken? Wie weit bist du schon gekommen mit einer Akkuladung? Schreib es mir in die Kommentare.


Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft dem Mountainbiken.

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