Endlich zurück auf dem Bike

Gut, eigentlich hätte ich nicht gedacht, schon so früh wieder auf ein Bike zu steigen. Der ursprüngliche Plan wäre gewesen, erst gegen Ende der Rundreise in Whistler, die Pisten unsicher zu machen. Umso mehr freute ich mich auf den Abstecher in den Bike Park in Sun Peaks. Nach einem ausgiebigen kanadischen Frühstück, Pancakes, wie fast täglich auf dem Speiseplan stand, fuhren wir die angenehm kurze Strecke hinauf nach Sun Peaks. Der Bike Park ist rund 35 Minuten von Kamloops entfernt. Die Unterkunft für die Nacht buchten wir erst vor Ort. Online machten wir eine Vorselektion und entschieden uns für das Sun Peaks Grand Hotel. Zu unserem Glück befand sich die Mietstation innerhalb der Hotelanlage und machte die ganze Sache ein wenig bequemer.

Sun Peaks
Sun Peaks gleicht einem Bergdorf

Die Mietbikes im Sun Peaks Bike Park

Zur Auswahl standen gut ausgestattete Downhill Bikes von Norco oder das Premium Model von Rocky Mountain. Im meiner Grösse stand nur noch ein Premium Model zur Verfügung. Mir blieb somit keine andere Wahl, als mich für ein Rocky Mountain Maiden zu entscheiden. Das Bike kenne ich bereits aus der Lenzerheide und liegt mir sehr gut. Die Kosten dafür beliefen sich auf etwa CAD 150.00. Ein akzeptabler Preis für ein gutes Downhill Bike und die Mietdauer von einem Tag. Versicherung und Ausrüstung, sprich Helm, Schoner und Rückenpanzer, waren noch nicht im Preis inbegriffen und mussten dazugemietet werden. Dies schlug nochmals mit knapp CAD 100.00 zu buche, 50 für die Ausrüstung und nochmals das Selbe für die Bike Versicherung. Die Tageskarte für den Bike Park schlug mit CAD 50.00 zu buche. Somit lag der Gesamtpreis bei rund 300 kanadische Dollar. Ein verdammt stolzer Preis für einen Tag Bike Park shreddern.

Jetzt gehts up

Wir machten uns in voller Montur und mit leeren Brieftaschen auf zum Sessellift, zeigten unsere Tagestickets und gondelten das erste Mal den Berg hinauf.

Sessellift Sun Peaks Bike Park
Die Downhill Bikes werden hochgegondelt

Die Trail Map auf der Bergstation zeigte und eine Vielzahl von Abfahrtsmöglichkeiten, von einfachen Pisten über Strecken für Fortgeschrittene bis zu Profi Downhill Tracks. Selbstverständlich begannen wir auf Anfängerniveau, auf einer grünen, einfachen Strecke. Die ersten Meter wirbelten wir schon mächtig viel Staub auf. Die Piste war staubtrocken und pickelhart. Vorsichtig und in beschiedenem Tempo wagten wir uns auf den ersten Trail und wurden schon kräftig durchgeschüttelt. Die Strecken waren stark durchlöchert. Kein Wunder, bei diesen trockenen Wetterbedingungen. Sein Monaten hatte es kaum geregnet, da können die Strecken einfach nicht ausgebessert werden.

Die rollende Quietscheente

Die Bremsen meines Rocky Mountain Maiden quietschten bei jeder noch so feinen Bremsung. Zu Beginn dachte ich mir nichts Weiteres dabei, war der Meinung, dass die Geräusche von selber aufhören sobald die Bremsen warm gefahren sind. Weit gefehlt, das Quietschen wurde eher noch lauter. Der Vorteil: Die Bären konnten mich schon von Weitem hören und flüchteten sicherlich panisch davon, genervt hat es mich trotzdem. Darum versuchte ich so wenig wie möglich zu bremsen, wollte ich ja nicht gleich die ganze Tierwelt in den Wahnsinn treiben.

Sun Peaks Bike Park
Staubige Trails und eine Menge Spass im Sun Peaks Bike Park

Isabelle hatte nach einigen Abfahrten bereits einen Durchhänger und pausierte die weiteren Fahrten. Mir hingegen, fing es an richtig grossen Spass zu machen und ich wagte mich an schwierigere Strecken. An einigen steilen Stellen machte mir die dichte Staubschicht ziemlich zu schaffen. Diverse Abschnitte waren deshalb rutschig wie auf Eis und bescherten mir einige kritische Situationen, bei denen ich ein paar mal unfreiwillig absteigen musste.

Staubige Beine

Ein grosser Spass, für eine Menge Money

Es war ein grossartiger und spassiger Tag im Bikepark und konnte viele steile Passagen fahren und auch technische Stücke meistern. Die Pisten waren wegen der anhaltenden Trockenheit mächtig durchlöchert und die Finger schmerzten gegen Ende des Tages. Es brauchte schon viel Körpereinsatz um die Trails in einem angemessenem Tempo runterzudonnern. Der Sun Peaks Bike Park ist für mich persönlich ein gelungener Bike Park, mit viel Abwechslung und wirklich herausfordernder Trails. Sprünge kamen meines Erachtens ein wenig zu kurz. Leider war das gemietete Material eine Katastrophe. Quietschende Bremsen, pickelharte Federung und klappernde Ketten. Für den happigen Preis erwarte ich auf jeden Fall besseres Material. Hier noch ein Tipp an alle, die in Sun Peaks ein Bike mieten wollen: Goggle und Handschuhe selber mitnehmen, sonst müssen sie gekauft werden.

Den Bike Park in Sun Peaks werde ich bestimmt nochmals testen aber dann ganz bestimmt mit meinem eigenen YT Tues.

Gemütlicher Abschluss im Städchen

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen wir in eines der Restaurants im Städtchen, bevor wir den Tag mit einem entspannenden Bad, in den Hot Tubes des Hotels, ausklingen liessen. Am nächsten Tag erwartete uns erneut eine etwas längere Autofahrt nach 100 Mile House.

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