Auf dem Weg zur Küste

Unser nächster fixter Termin nach unserem Aufenthalt auf der Cougar Ranch, war in Prince Rupert, wo wir unsere Auto auf die Fähre verladen mussten. Doch bis dahin war es noch ein weiter Weg. Ein wenig mehr als 500Km trennten uns von der Hafenstadt und für diese Strecke hatten wir zweite Tage Zeit. Wir planten bewusst zwei Tage ein, um nicht einen ganzen Tag im Auto zu sitzen. Wir übernachteten in Smithers auf unserem zweitägigen Trip bis zur Küste.

Der Weg nach Smithers

Smithers liegt rund 200Km nordwestlich von der Cougar Ranch entfernt. Anstatt den gleichen Weg zurück über den Francois Lake zu fahren, wählten wir die längere Strecke über diverse Forststrassen, sogenannte Forest Service Roads. Diese Strassen sind Zufahrtswege für die Forstwirtschaft und Sägewärke. Hier verkehren viele, mit Holz beladene Trucks. Zu Beginn fuhren wir an einem See entlang, danach nur noch durch den Wald. Rund drei Stunden bretterten wir zügig über die Schotterwege, bis wir in Houston wieder geteerten Boden unter den Rädern hatten. Ab Houston war es noch ein Katzensprung bis Smithers und wir waren in rund einer Stunde am Ziel.

On the road again - Auf dem Weg nach Smithers
On the road again – Auf dem Weg nach Smithers

Logpile Lodge

Mit der Hilfe von Google suchten wir eine gemütliche Unterkunft für eine Nacht. Die Logpile Lodge sagte uns auf Anhieb zu. Zu unserer Überraschung wurde die Lodge von einem Schweizer Ehepaar geführt. Wir buchten ein schönes Zimmer und waren zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste im Haus gewesen. Wir erkundeten uns beim Chef über Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Smithers. An diesen Tagen fand die Bulkley Valley Exhibition, die kanadische Version der Olma, auf dem Fairground statt. Eine Landwirtschaftsmesse mit vielen Attraktionen.

Die kanadische Olma

Nachdem wir unser Auto zwischen all den Pickups uns SUVs geparkt hatten, suchten wir den Eingang zum Festgelände. Zugleich ratterte ein Tross alter Traktore an uns vorbei, die wir später, perfekt aufgereiht auf dem Areal, nochmals genauer betrachten konnten. Die alten Maschinen verursachten einen ungeheuerlichen Lärm und waren nicht schneller unterwegs als wir zu Fuss. Die Fahrer und Fahrerinnen auf den Schüttelbächern lachten  vor Freude und nickten uns freundlich zu. Womöglich wurden wir gleich als Touristen identifiziert, dabei hatte ich doch meinen „Chueligurt“ angezogen 😀 .

Bulkley Valley Exhibition in Smithers
Die Traktore standen perfekt aufgereiht auf dem Festgelände

Kraftakt für die Kleinen

Wir schlenderten zuerst ein wenig im Aussenbereich umher, bevor wir uns in die Hallen wagten, einfach um einen Überblick des Messeareals zu erhalten, denn wir hatten nirgends einen Orientierungsplan oder ähnliches entdeckt. Wir wussten auch nicht genau was uns auf so einer kanadischen Herbstmesse alles geboten wird oder uns erwarten würde. Die erste Attraktion, an der wir vorbei kamen, war „Pedal Tractor Pulling“. Tractor Pulling mit Kinder Traktoren. Eine ziemlich kreative Idee, fanden wir. Hier konnten sich Kinder mit Spielzeugtraktoren gegeneinander messen. Die Minitraktoren waren standesgemäss von John Deere  😀 .

Pedal Tractor Pulling in Smithers
Pedal Tractor Pulling für Kinder

Hundeweitsprung

Nebenan startet zur gleichen Zeit eine der vielen Shows des Tages. Das Publikum wurde durch die Lautsprecheransage angeheizt und die Stars der Manege wurden präsentiert. Wir beobachteten das Spektakel aus der zweiten Reihe. The Canine Stars – Stunt Dog Show, eine Hundeshow der besonderen Art. An einem überhängenden Pfosten wurde ein Hundespielzeug angebracht. Der Hunde, der schon sehensüchtig auf seinen grossen Moment wartete, holte Anlauf, sprang mit hohem Tempo in ein Wasserbecken und schnappte sich dabei das Spielzeug. Die Menge applaudierte. Das ganze wurde einige Male wiederholt und die Distanz vom Asprungpunkt bis zum Hundespielzeug ständig vergrössert. Die Hunde meisterten die gestellte Aufgabe mit Bravur und das Publikum dankte mit Jubel. Wir verfolgten die Hundestuntshow noch eine Weile und gingen dann weiter.

Hundeweitsprung in Smithers

Modenschau der Schafe

An einer anderen Stelle fand gerade ein Wettbewerb statt. Kinder, schätzungsweise zwischen 7 und 12 Jahren, standen in Reih und Glied und präsentierten ihre hübschen Schafe einer Jury. Die Mädchen und Jungen hatten ihre schönste Cowgirl und Cowboy Kluft angezogen und hofften auf einen Sieg bei der Wahl des schönsten Schafes. Die Schafe waren alle perfekt geschert und waren für die Modenschau hergerichtet. Die Jury lief skeptisch durch die Reihen und beurteilte die Schafe nach diversen Kriterien.

Wettbewerbe für wirklich alles

In den Hallen fanden weitere Wettbewerbe statt. Keine solche aufregenden wie die Schafsschau, dafür umso kurioser. Bewertet wurde alles, aber wirklich alles. Wer hatte die schönsten Kartoffeln, wessen Karotten waren die Besten? Es wurde sogar das schönste Eigelb gekürt 😀 . Auf einem Pappteller lagen aufgeschlagene Eier und eine weitere Jury wählte davon das schönste Eigelb. Das Sieger Ei erhielt ein Preisschild, auf dem der Name des stolzen Siegers stand. Es gab weitere Kategorien, darunter noch relativ nachvollziehbare wie: „das schönste Gemüse“ aber auch Kuriose  Bewertungen wie: „die besten Cookies mit Stückchen“ oder die „besten gebastelten Tiere aus Gemüse“ (WTF?). Da waren teilweise schon verrückte Sachen dabei. Das Gute daran: bei so vielen Kategorien und Preisen, war sicherlich jeder Teilnehmer mindestens einmal ein Gewinner. Die kanadische Olma war ein kurioses Erlebnis aber ich hatte grossen Spass.

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