Leichte Tour

Nach dem Photo Shooting am Samstag auf dem Gurten plante ich für Sonntag eher was Gemütlicheres in der näheren Umgebung. Ausserdem versprach das Wetter kaum Sonnenschein. Somit suchte ich mir eine kleine Runde auf die Gisiflue aus. Die Gisiflue liegt im Aargau zwischen Auenstein und Biberstein im Süden und Thalheim im Norden.

Ich startete am Sonntag nicht zu früh, erst gegen 12 Uhr Mittag machte ich mich auf Richtung Ausgangspunkt, den Bahnhof Schinznach-Bad. Von hier startete die Tour gemütlich der Aare entlang auf Wald- und Teerstrassen

Strasse

Links im Blickfeld immer die Aare. Nach bereits wenigen Kilometern wird die Aare überquert. Der Fluss fliesst hier gerade durch die Landschaft und der Blick reicht relativ weit.

Aare

Nach einem kurzen Stück auf dem Radweg beginnt der Aufstieg nach Linn, gemütlich auf einer breiten Waldstrasse. Die Anstieg ist nicht sehr steil und ich komme gut voran. Die Muskeln sind noch nicht richtig warm und die ersten Höhenmeter erscheinen daher noch ziemlich anstrengend.

Waldweg

Sie letzten Höhenmeter vor Linn sind auf einer wenig befahrenen Teerstrasse. Lediglich drei Motarradfahrer haben mich überholt. Auf der Linn höhe steht die bekannte Linde von Linn. Leider  stand ein blöd parkiertes Auto im Weg um ein wirklich gelungenes Foto zu schiessen. Versucht habe ich es trotzdem irgendwie. Die alleinstehende Linde ist schon ein eindrücklicher Baum. Vom hören Sagen habe ich sie mir jedoch grösser vorgestellt. Die vielen Besucher laden an diesem Ort nicht unbedingt zum verweilen ein.

Linn

Weiter gehts berauf Richtung Staffelegg. Um so weiter ich den Hügel hinauf trete umso schöner wird der Ausblick auf den heimischen Kanton Aargau. Die Wolkenfelder und das trübe Wetter verdecken ziemlich die Sicht gen Horizont.

Linn

Auf solchen Touren erblicke ich immer wieder interessante, schöne, faszinierende und manchmal auch ziemlich witzige Sachen. Bei der Hochfahrt zur Staffelegg war genau wieder einer dieser witzigen Momente. Am Anfang ein wenig verdutzt und verärgert das quer über die Strasse Bäume die Weiterfahrt versperren. Beim annähern musste ich dann aber schon bald lachen. Jeder einzelne gefällte Baumstamm war mit den selben Worten und Symbolen beschmiert. Hier hat ein Sprayer seinem Ärger wohl freien Lauf gelassen. Ob sichs dabei um ein verärgerter Biker oder um ein Bike Hasser oder was weiss ich handelte sei mal dahingestellt. Witzig war der Anblick allemal.

Staffelegg

Doch weiter im Text und genug Zeit mit den „Arschloch“ Bäumen vertrödelt. Ich hatte noch einige Kilometer vor mir. Noch nicht einmal die Staffelegg war geschafft und der Aufstieg zur Gisiflue folgte erst noch.

Staffelegg
Staffelegg

Bis Staffelegg führte ein kleiner Trail durch den Wald. Der Waldboden war bereits dicht mit Laub bedeckt, jedoch sehr gut fahrbar da sich keine versteckten Hindernisse unter dem Laubdickicht versteckten.

Aus dem Wald heraus pfeifte mir ein ziemlich kalter Wind um die Ohren. Zeitpunkt für einen Zwischenstopp um eine Kleiderschicht mehr anzuziehen. Nun folgte der Aufstieg auf die Gisiflue. Meine Beine hatten bei Weitem noch genügend Power, nur war ich noch nicht so an die Kälte gewöhnt. Vorallem der Wind gehört nicht zu meinen engsten Freunden. Schon bald wurde das Gelände steiler, viel steiler. Der Untergrund dazu noch steiniger. Steiler, technischer Uphill, für mich nicht alt zu lange fahrbar. Mit einer Herzfrequenz auf maximaler Leistung musste ich dem Berg schon bald den Sieg zugestehen und den Rest zu Fuss bewältigen. Die letzten Höhenmeter sogar das Bike geschultert. Auf der Gisiflue angekommen hat man einen wunderschönen Blick über den Aargau. Der Blick reicht bis zum Hallwilersee und ich war überrascht wie gross unsere Hauptstadt Aarau doch von oben wirkt. Auf der Gisiflue steht ein Triangolationspunkt. An diesem Metallkonstrukt hängt eine Gamelle in dieser sich das Gipfelbuch befindet.

Gisifluh
Gisifluh
Gisifluh

Die Abfahrt führt zuerst wieder eine Zeit lang auf der Krete entlang. Hier macht sich das typische Juragestein bemerkbar. So richtig technisch zum darüberrollen, da man auf den spitzigen Steinen immer wieder abrutscht und nie wirklich eine ideale Linie finden kann. Auf gerader Linie und mit mässigem Tempo schon gar nicht. Erst als das Gefälle ein wenig steiler wird lässt sichs einfacher drüber rollen, musste aber stets aufpassen, um keine Fehler zu begehen,

Die komplette Abfahrt ist steinig, steil und rutschig. Ich musste die Bremsen gut dossiert einsetzen um nicht ein Abrutschen des Vorderrades zu riskieren. Laub verdeckte viele Teile des Trails und die Ideallinie hierbei zu finden war eine Sacher der Unmöglichkeit. Teilweise wurde ich genau deswegen plötzlich von Wurzeln oder Steinen überrascht, die ich vorhin nicht sehen konnte. Alles in allem ist die Abfahrt wohl besser für schönere Tag gedacht. Cool war sie trotzdem. Ich konnte wieder einmal gut Gleichgewichtsübungen durchführen.

Herbst Touren sind immer ein schwieriges Pflaster. Auf den Gipfeln pfeift ein kalter Wind, die Sichtweite ist nicht wirklich das Mass aller Dinge und die Felsen sind rutschig. Die Fahrt durch den bunten Blätterwald hat jedoch einfach Etwas für sich. Es lädt zum Träumen ein und vermittelt manchmal den Eindruck ich fahre durch einen Märchenwald. Das Geräusch von Laub unter den Reifen ist eine willkommene Abwechslung zum normalen Kiesgeräusch. Herbst Ausfahrten sind eigentlich ja kalt und hässlich, doch genau das macht irgenwie das spezielle Flair aus.

GPS Track

Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft dem Mountainbiken.

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