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Ich bin in der Sucht gefangen

Nach der harten Arbeit und der eisernen Disziplin, die ich bereits beim Abnehmen an den Tag legte, wagte ich mich nun daran, Nichtraucher zu werden. Jahrelang machte mir das Rauchen Spass, ich genoss es sogar. Das Rauchen schmeckte mir einfach und ich rauchte gerne. Mit dem Rauchen aufhören kam für mich eigentlich gar nicht infrage. Der Preis für eine Zigarettenschachtel war zweitrangig, ich konnte es mir ja noch immer leisten. Die gesundheitlichen Konsequenzen und der Schaden, den die Raucherei verursacht waren, mir allesamt bewusst, doch ich scherte mich nicht darum – weil ich rauchen super fand. Der Grund war mir nie bewusst. Dass ich ehrlicherweise Nikotinsüchtig war, ebenfalls nicht. Ich wollte nicht mit Rauchen aufhören, zu sehr mochte ich es. Dabei war ich gefangen in dieser Sucht und abhängig von diesem Laster. Das Wort „verzichten“ war der Hauptgrund warum ich über 15 Jahren kein Nichtraucher wurde. Dabei musste ich gar nie auf etwas verzichten. Rauchen schadet, dass weiss jeder. Also wie dämlich war ich all die Jahre zu denken, ich muss auf etwas verzichten, dass mir schadet? Wer verzichtet nicht freiwillig auf etwas das ihm selber schadet?

Meine erste Zigarette war scheusslich

Meine Lunge wehrte sich mit Husten gegen die ersten tiefen Züge, sie schmerzte und brannte. Alle Sinne schrien auf und signalisierten sofort damit aufzuhören. Die Warnsignale konnten nicht deutlicher sein. Doch ich zwang mich weiter dieses hässliche Zeugs zu inhalieren, solange bis ich süchtig nach Zigaretten war. Mein Körper und mein Kopf verlangten stetigen Nachschub. Ich hatte von Beginn an die Chance nicht damit anzufangen und Nichtraucher zu bleiben, habe aber kläglich versagt. Mein Körper wollte den giftigen Rauch nicht inhalieren, doch ich hab mich selbst dazu gezwungen Raucher zu werden – aus eigenem Willen, freiwillig. Wenn man diese Zeilen liest und sich diese Tatsache verinnerlicht, dann klingt das ziemlich bescheuert. Jeder Raucher, der sich an seine erste Zigarette zurückerinnert, weiss, dass es der Wahrheit entspricht und weiss auch, wie die Lungen beim ersten Zug rebellierten. Heute könnte ich mich für die Entscheidung, freiwilliger Raucher zu werden, ohrfeigen.

Raucher
Rauchen und Übergewicht. Eine giftige Mischung.

Psychischer Entzugserscheinungen

Körperliche Entzugserscheinungen waren kaum spürbar und wurden von den psychischen Qualen übertönt. Zu Anfang kämpfte ich wirklich mit mir und spürte oft ein Verlangen nach einer Zigarette, und jedes Mal konnte ich ihr widerstehen. Doch die Gefahren lauerten überall und die Sucht war tückisch und listenreich. Unter Einfluss von alkoholischen Getränken ergab ich mich mehrmals dem starken Verlangen. Mein Wille war gebrochen und ich steckte mir erneut eine Zigarette an. Mehr als maximal zwei Wochen am Stück, länger konnte ich den Glimmstängeln nicht entsagen und jedes Mal wurde ich im Ausgang rückfällig, jedes Mal war Alkohol im Spiel. Den Ärger und die Wut über das eigene Versagen stärkte andererseits jedoch meinen Willen jetzt wirklich endlich damit aufzuhören und mich von den Fesseln der Sucht zu befreien. Der dritte Anlauf sollte dann auch mein letzter gewesen sein und ich schaffte es endlich zum Nichtraucher.

Der Weg zum Nichtraucher

Als ich meine letzte Zigarette ausdrückte, war ich davon überzeugt, jetzt auf nichts mehr verzichten zu müssen und endlich frei zu sein. Ich merkte ich schnell eine massive Steigerung meiner Lebensqualität. Ich war weniger gestresst, nicht mehr müde, nicht mehr gereizt und ich hatte dieses Glitzern nicht mehr vor den Augen. Das Essen hatte plötzlich wieder Geschmack und ich selber stank nicht mehr wie ein rauchender Kamin. Abends konnte ich besser einschlafen und hatte morgens keine Atemprobleme mehr. Der Husten löste sich in Luft auf. Das Zahnfleisch wurde kräftiger und die Zähne erhielten ihre weisse Farbe zurück. Ich war positiv überrascht, wie viel sich verbesserte, körperlich und geistig. Lange Zeit dachte ich, dass lediglich das Atmen leichter fällt und der Husten verschwindet, doch was ich gewann, war um ein Vielfaches mehr. Heute bin ich frei und mein Alltag wird nicht mehr von einem Glimmstängel bestimmt. Ich liebe diese neue Freiheit.

Heute mit gutem Gewissen ein oder zweimal im Jahr, genüsslich eine Zigarre rauchen, ohne Angst wieder der Sucht zu verfallen. Ich habe die Sucht besiegt.

Während meinem Ausstieg habe ich das Buch „Endlich Nichtraucher“ von Allen Carr gelesen. Es hat mir enorm geholfen mit dem Rauchen aufzuhören. Er beschreibt in seinem Buch schlicht die positiven Aspekte und vermittelt dadurch die Einfachheit mit dem Rauchen aufzuhören. Ich kann das buch nur wärmstens empfehlen. Eine Pflichtlektüre für alle, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Endlich Nichtraucher – Erhältlich als Taschenbuch, ebook und Hörbuch bei Orell Füssli oder im Buchhandel

Allen Carr’s Easyway – Die Website zum erfolgreichen Autor des Buches „Endlich Nichtraucher“


Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft dem Mountainbiken.

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