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Was es bedeutet dick zu sein

Nach dem BMI Wert war ich 26 Kg zu schwer für meine Körpergrösse. Man muss sich dieses zusätzliche Gewicht nur einmal vorstellen: 26 Kg. 26 Milchpackungen die Treppen hochschleppen. Die meisten Menschen hätten mit acht Packungen schon Mühe. Der junge Körper gewöhnt sich an das Zusatzgewicht und passt sich dementsprechend an. Unser Körper ist äusserst anpassungsfähig und robust, jedenfalls in den jungen Lebensjahren.

Dick sein
103 Kg schwer

Ich fühlte mich gesund

In den Zwanzigern waren körperliche Gebrechen kein Thema. Der kräftige Körper konnte die Kilos gut kompensieren und hatte keine Mühe mit der zusätzlichen Last. Ich hatte nie Gelenk– oder Rückenschmerzen und fühlte mich stets gesund. Die wenigen gesundheitlichen Probleme wurden durch das Rauchen verursacht und nicht durch das Essen. Nur der erhöhte Blutdruck war dem Übergewicht zuzuschreiben, doch dieser machte sich im Alltag nicht bemerkbar. Der eigene Körper war top fit. Mit dem Übergewicht konnte ich normalen Tätigkeiten problemlos nachgehen, nur sportliche Höchstleistungen waren nicht möglich. Die Leistungsgrenze war tiefer angesetzt als bei Normalgewichtigen. Deshalb mied ich anstrengende Aktivitäten soweit es nur ging. Ich verschmähte den Sport und vermied jede grosse Anstrengung. Sich körperlich zu verausgaben, darin erkannte ich keinen wirklichen Sinn. Gleichaltrige, welche viel und intensiv Sport trieben, hatten oft Probleme mit den Gelenken, Muskelschmerzen oder sonstige Wehwehchen. Einige wurden wegen Verletzungen, verursacht durch Sport, ärztlich behandelt oder sogar operiert. Dieser Umstand gab mir stets das Gefühl, ohne Sport gesünder zu sein. Zehn Jähre später wurde ich eines Besseren belehrt.

Bleibende Narben

Der Körper veränderte sich mit der Gewichtszunahme. Die Haut gab unter der Belastung nach und bildete sogenannte Schwangerschaftsstreifen, zu schnell habe ich an Gewicht zugenommen. Der Bauch war übersät von Narben, genauso wie das Gewebe nahe den Achseln. Mir wurde erst später bewusst, wie schnell ich zugenommen haben muss, damit sich Vernarbungen bilden. Der Körper machte enorm was mit und äusserlich waren diese Belastungen, an der Haut zu erkennen. Auch nach meinem Gewichtsverlust werden viele Narben wohl für immer bleiben. Sie erinnern mich daran, wie ich nie mehr sein will.

Körperlicher Verschleiss

Als es auf die 30 zuging, spürte ich mein hohes Körpergewicht vermehrt. Ich war anfälliger für Krankheiten und mindestens drei Mal im Jahr mit Fieber ans Bett gefesselt. Vor allem Magen-Darm Probleme machten mir des Öfteren zu schaffen. Täglich kämpfte ich mit Magenkrämpfen und Bauchschmerzen. Diese wurden schnell zur Gewohnheit und ich empfand die Krämpfe bald als „normal“. Mein Magen rebellierte gegen das ungesunde Essen und ich ignorierte die Warnsignale. Der körperliche Verschleiss machte sich deutlich bemerkbar. Mein linkes Knie schmerze schon nach einem kurzen Fussmarsch und Rückenschmerzen gehörten zum Alltag. Nachts konnte ich nicht richtig einschlafen und war daher tagsüber oft müde. Im Schlaf schnarchte ich stark, als wollte ich einen ganzen Wald niederholzen. Langsam dämmerte es mir, was für einer Belastung mein Körper all die Zeit ausgesetzt war. Es wurde mir bewusst, wie mein Körper jahrelang unter dem Übergewicht leiden musste und die überschüssigen Kilos nicht mehr wegstecken konnte. Bewegungen wurden anstrengender und schmerzten. Jahrelang hatte ich mein Übergewicht verdrängt, ignoriert und plötzlich machte sich das Übergewicht schmerzlich bemerkbar, um mir weis zu machen, dass es so nicht weitergehen konnte.

Im nächsten Kapitel „Gestörtes Essverhalten“ gebe ich einen Einblick in mein damaliges Essverhalten.


Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft, dem Mountainbiken.

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