Der Kanton Jura ist in meinen Augen ein Geheimtipp für alle Naturliebhaber. Er überzeugt durch unendliche Weiden und Wälder, unberührte Natur und einsame Pfade. Kein Wunder also, dass wir unser Osterwochenende im Kanton Jura zum Wandern und Biken verbrachten. Von unserer Ferienwohnung in Epauvillers erkundeten wir die Region auf den Bikes, in den Wanderschuhen oder im Zug. Was wir dabei erlebten und welches meine Highlights sind, lest ihr in diesem Blog.

Start in ein wundervolles Osterwochenende

Bereits am Abend vor Karfreitag starteten wir unser Abenteuer. Zwei Bikes mussten irgendwie noch in meinem Auto verstaut werden. Zudem hatte ich ordentlich Lebensmittel gekauft, da im Jura die Zeit stehen geblieben ist und an Ostern die wenigen Lebensmittelgeschäfte sowieso geschlossen sind. Was auch vollkommen in Ordnung ist. Vorbereitung ist wie immer das A und O. Während andere vor dem Gotthard bereits im Stau standen, fuhren wir in den ruhigen Westen. Je tiefer in den Jura, desto weniger Verkehr. Relativ kurzfristig konnte ich diese Ferienwohnung in Epauvillers von einem jüngeren Paar mieten. Das schmucke Stück hatte nicht nur Waschmaschine, Geschirrspüler, Playstation und Netflix, sondern auch eine Garage für unsere Bikes.

Biketour am Ufer des Doubs

Unsere neuen Bikes testeten wir direkt am Karfreitag. Von Epauvillers genossen wir eine rasante Abfahrt hinunter zum Flussufer des Doubs bevor wir dann gemütlich dem Pfad entlang des strömenden Flusses folgten. Dieses majestätische Gewässer fliesst in einem grossen Bogen um das Städtchen St. Ursanne. Dort ist auch das Tourismusbüro zu finden. Auch wir fuhren diesen Bogen und folgten dem Fluss weiter abwärts. Auf diesem Abschnitt war der Weg breiter, die Gegend noch verlassener und wir begegneten kaum einer Menschenseele. Wir rasteten an einer der vielen Feuerstellen, grillten eine Wurst und genossen ein Mittagsschläfchen am Flussufer. Schliesslich bezwangen wir den Anstieg mit rund 485 Höhenmeter zurück zu unserer Ferienwohnung. Eine gemütliche Rundtour mit abwechslungsreichem Untergrund.

Das Viadukt kurz vor der Stadt St.Ursanne
Das Viadukt kurz vor der Stadt St.Ursanne. | © Melanie Meister

Wanderung von der Altstadt St. Ursanne zum Schloss Porrentruy

Nachdem unsere Hinterteile etwas stark beansprucht wurden, entschieden wir uns am zweiten Tag für eine Wanderung im Jura, die zwei historische Städte verbindet. Deshalb starteten wir in der mittelalterlichen Stadt St. Ursanne. Eine vierbogige Steinbrücke führt direkt in das Herz der Altstadt, wo die imposante Stiftskirche und das Kloster mit Kreuzgang stehen. Auf Pflastersteinen erkundeten wir die engen Gässchen und verliessen das Städtchen schliesslich westwärts.

Die Altstadt von St. Ursanne mit der vierbogigen Steinbrücke
Die Altstadt von St. Ursanne mit der vierbogigen Steinbrücke. | © Melanie Meister

Umgeben von Osterglocken

Schon bald befanden wir uns wieder abseits von Zivilisation in hügeligen Wäldern oder Weiden. Wir wanderten durch das Dorf Seleute, welches mit lediglich 70 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden im Jura zählt. Später erreichten wir eine Anhöhe wo wir beinahe vom Wind verweht wurden gleichzeitig, aber überwältigt waren über das Osterglockenfeld, welches sich vor uns eröffnete. Was für ein wunderschöner Anblick.

Umgeben von Osterglocken
Umgeben von Osterglocken. | © Melanie Meister

Schloss von Porrentruy

Bald darauf konnten wir schon von weitem das Schloss von Porrentruy erblicken. Angekommen in der Altstadt besuchten wir das Dinosauriermuseum, den botanischen Garten und auch das Schloss.

Schloss und Turm von Porrentruy
Schloss und Turm von Porrentruy | © Melanie Meister

Entspanntes Picknick am Étang Royes

Nach zwei windigen Tagen sehnten wir uns nach einem warmen sonnigen Plätzchen. Wir starteten den Tag mit einem ausgiebigen Osterbrunch und fuhren anschliessend mit dem Auto in das bekannte Dorf Saignelegier. Mit Picknick im Gepäck spazierten wir zum Moorsee Étang Royes und auf der Suche nach dem perfekten windstillen Platz umrundeten wir diesen zuerst. Wir genossen einen äusserst entspannten Tag an diesem Teich und je länger wir dasassen, desto mehr nahmen wir von der Natur wahr. So konnten wir Vögel, Fische und Frösche beobachten. Nicht weit weg von diesem Moorsee befindet sich der bekanntere Étang de la Gruyere. Am späten Nachmittag im goldenen Licht umrundeten wir diesen Moorsee auch noch.

Picknicken am Etang Royes
Picknicken am Étang Royes | © Melanie Meister

Biketour von Osterglockenfeldern bis zum grössten Windpark der Schweiz

Am letzten Tag unseres verlängerten Osterwochenendes verstauten wir die Bikes in den Kofferraum und fuhren zum Ausgangspunkt Saignelegier. Von dort aus führt die Jura Bike 3 auf der Etappe 5 von Sainelegier bis nach La Chaux-de-Fonds.

Biketour vorbei an Osterglocken (links) und zum Windpark (im Hintergrund)
Biketour vorbei an Osterglocken (links) und zum Windpark (im Hintergrund) | © Melanie Meister

Vielfältiger könnte diese Biketour im Jura nicht mehr sein. Vorbei an den Moorseen, über liebliche Weideflächen und durch Tannen- und Fichtenwälder führte der gut gekennzeichnete Weg. Kurz bevor wir den Mont Soleil erreichten, erstreckten sich links und rechts des Weges unendliche Felder mit Osterglocken. Das war doch nicht zu fassen, da wuchsen tausende Blumen und kein Mensch weit und breit zu sehen.

Unendliche Felder mit Osterglocken und Krokussen
Unendliche Felder mit Osterglocken und Krokussen | © Melanie Meister

Nach unzähligen Fotos und Seufzer galt unsere Aufmerksamkeit dem nächsten Highlight. Auf dem Mont Soleil stehen nämlich 16 gigantische Windräder, die unheimlich vor sich hin surrten. Im Windschatten einer steinigen Grenzmauer und mit Blick auf die drehenden Propeller assen wir unser Mittagessen und bestaunten die unfassbar grossen Energieumwandler. Letztlich endete unsere Tour im Dorf La Ferrière mit köstlicher Patisserie aus der Logis de la Licorne.

Tipps und Wissenswertes aus der Region Jura

Diesen Teil des Juras habe ich nicht zum ersten Mal besucht. Weitere Informationen und Tipps teile ich gerne mit euch:

  • Ab einer Übernachtung im Kanton Jura profitiert man von Gratis-ÖV.
  • Ausflugsziel Felsgrat Les Sommêtres mit beeindruckender Aussicht auf den Naturpark Doubs und unbewarteter Hütte mit Übernachtungsmöglichkeit.
  • In Saignelegier steht die berühmte Käserei des Tête de Moine AOP inklusive 24h-Käseautomaten.
  • Empfehlen kann ich auch die Unterkunft Chez Toinette in Saignelegier.
  • Entlang des Flussufers des Doubs hat es eine Vielzahl an Campingplätzen.
  • In den Städten St. Ursanne, Porrentruy und Delemont erhält man auf dem Circuit Secret ausgerüstet mit einem digitalen Schlüssel Zugang zu geheimen Orten. Ein einzigartiges Erlebnis.
  • Alle Touren habe ich für euch hier auf Outdooractive erstellt.

Fazit zu Wandern und Biken im Kanton Jura

Die Freiberge sind für mich Idylle pur. Einsame Bauernhöfe wechseln sich ab mit lieblichen Weideflächen, Moorgebieten und Fichtenwäldern. Von Menschenansammlungen ist hier keine Spur zu sehen. Wer also die Einsamkeit sucht und die Weite liebt, wird im Jura sein Glück finden. Ob Reiter, Biker oder Wanderer hier wird noch gegrüsst. Es scheint als drehe sich die Uhr im Jura einen Ticken langsamer.

Bike und Wandertouren im Jura

Noch mehr Bike und Wandertouren im Kanton Jura und in der Westschweiz findest du auf der Touren Map.

Melanie Meister

Ich wurde 1990 geboren und wohne im Aargau. Ich blogge auf allmountain.ch seit 2020 über meine Leidenschaft Wandern.

2 Antworten

  1. Immer wieder schön diese Gegend – besonders wenn es andernorts in die Hochsaison geht..

  2. Hitsch sagt:

    Schöner Blog, toll beschrieben und super Bilder! Ja… geht mir auch immer wieder so wenn ich im Jura bin, ich liebe diese Gegend auch sehr. Vor allem – wie du auch schreibst – diese unendliche Weite, Ruhe und Natur… einfach genial. Immer wieder.

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