Gemütliches warm fahren

Die Tour begann mit einem kurzen Anstieg auf einer Asphaltstrasse, danach ein längeres Stück auf flacher Strasse, stetig einem Fluss entlang. Nach etwa einer halben Stunde fängt dann der eigentliche Aufstieg an. Nicht alt zu steil kam ich gut voran und liessen die ersten Höhenmeter hinter mir. Im kühlen Schatten des Waldes, schlängelte sich die Strasse den Berg hinauf. Die erste Stunde ging schnell vorüber und bereits über 10 Kilometer wurden zurückgelegt.

Jetzt geht es wirklich hinauf

Beim ersten Restaurant endete die Teerstrasse und nun wechselte die flache Bergfahrt, in steileres Gelände. Der Waldweg war um einiges anstrengender zu bewältigen. Ab hier zehrte die Auffahrt an den kräften. Zwischendrin immer wieder flächere Abschnitte.

Zwischendurch wieder auf der Strasse

Nach dem ersten steileren Abschnitt auf steinigem Waldweg, wechselt die Tour wieder auf eine befestigte Strasse. Verkehr herrschte an diesem Tag keiner und ich konnte gemütlich hochtrampeln. Mitten auf dem Weg, entdeckte ich rein zufällig, den ersten Aussichtspunkt, ziemlich unscheinbar und auf den ersten Blick absolut unspektakulär. Erst als ich mich näher an den Rand wagte, sah ich in eine tiefe Schlucht hinunter. Unten schlängelte sich der Fluss durch das Felsmassiv.

Aussichtspunkt auf dem Weg zur Creux du van

Kühl und Nass

An diesem Tag, war der Himmel bedeckt und die Temperaturen bewegten sich um die 10 Grad. Im kühleren Wald, fielen sie teilweise sogar auf 7 Grad. Langsam aber sicher, drückte die Kälte durch die Kleider hindurch und ich musste mir eine Jacke überziehen.

Der letzte Anstieg

Der Waldweg wurde steiniger und dadurch nochmals anstrengender. Der Weg verliess den Wald und endete auf einer kleinen Ebene und mündet in eine befestigte Strasse, die nun bis hoch zur Creux du Van führte. Noch rund einen Kilometer, bei 5% Steigung, waren zu bewältigen.

Am Ende des Weges

Nach einem strengen Aufstieg von 1000 Höhenmetern kam ich beim Restaurant nahe der Creux du Van an. Eine Einkehr lies ich dieses mal aus und steuerte direkte zum Felsmassiv

Technische Passagen

Auf den letzten Metern begegnete ich nur noch kleineren technische Anstiege über Steinfelder und Wurzeln. Abrupt blieb ich stehen und stieg von meinem Bike ab. Vor mir starrte mich eine Gämse neugierig an. Ich verhielt mich ganz still um das Tier nicht aufzuscheuchen und ging in einem grösseren Bogen um sie herum.

Creux du Van im Nebel

Leider war der Ausblick auf das wirklich beeindruckende Felsmassiv, komplett in dichten Nebel gehüllt. So musste ich mich mit einem eingeschränkten Ausblick zufrieden geben und erinnerte mich, an meinen ersten Besuch, bei strahlendem Sonnenschein. Ein wenig Mut brauchte es für „Riding on edge“. Doch der Weg führt mit genügend Abstand an der Klippe entlang. Ich fuhr der Creux du Van entlang und blickten immer wieder in den rund 150 Meter tiefen, nebligen Abgrund. Der Boden konnte ich teilweise nicht sehen.

Creux du Van

Wie die Zeit vergeht

Fast eine ganze Stunde lang, sass ich am Abgrund, ass meine Energieriegel und starrte einfach in den Nebel hinaus. Ich genoss die Ruhe und die Stille, die ab und zu nur durch Vogelgezwitscher unterbrochen wurde. Ich sass einfach nur da, dachte an gar nichts und lies die Szenerie auf meine Sinne wirken.

Creux du Van

Eine schnelle Abfahrt

Als mir langsam kalt wurde, packte ich alles zusammen und startet Richtung Abfahrt. Einige wenige Höhenmeter mussten noch überwunden werden, bevor wirklich kein weiterer Gegenanstieg mehr den Downhill Flow unterbrach.

Eine rasante, ruppige und steile Abfahrt. Der obere Teil des Downhills ist in drei Teilstücke unterteilt, die jeweils wieder auf einer breiten Waldstrasse enden. Diese Abschnitte sind gespickt von losen Geröll und immer wieder steilen Abschnitten. Hier muss man sein Bike schon gut unter Kontrolle haben. Die Finger stets an den Bremsen, denn es geht steil und spitzgerade ins Tal hinunter. Beim zweiten Teil der Abfahrt kamen dann noch diverse Spitzkehren hinzu, nicht zu eng, aber steil. Der dritte und letzte Teil war mit viel flow verbunden und konnte mit hohem Tempo heruntergebrettert werden. Nach meines Sturz letzte Woche, war meine Geschwindigkeit auf der Abfahrt noch ziemlich verhalten. Zum Schluss spuckte mich der Trail auf einer Teerstrasse wieder aus.

Auf normalem Wege zurück

Von da an gings nur noch flach dem Neuenburgersee entlang zurück bis zum Start. Nach rund fünf Stunden kamen ich erschöpft beim Bahnhof Boudry an. Der Aufstieg zur Creux du Van war stets gut fahrbar und nie wirklich zu steil, so dass die Kondition zu stark darunter leiden würde. Die Felsformation an sich ist die Tour schon wert. Die Höhe und die Grösse dieses Naturspektakels lässt erstaunen.. Der Downhill kam dafür leider ein wenig zu kurz. Deshalb, weil er steil und schnurstracks gen Tal führt. Auf einer vier Stunden Tour war die Abfahrt lediglich 20 Minuten lang. Alles in allem lohnt sich die Creux du Van auf jeden Fall.

GPS Track

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