Zwei Übernachtungen wurden vom Hotel Palü offeriert, um die Trails rund um Pontresina im Engadin zu entdecken.

Uphill Variationen

Wie bereits bei der ersten Tour vom Berninapass über den Poschiavino Trail nach Poschiavo, gibt es auch bei der Bernina Express Trail Tour die selben beiden Varianten, um zum Ospizio Bernina zu gelangen. Entweder man pedaliert von Pontresina aus eigener Kraft die rund 600 Höhenmeter hinauf oder man lässt sich von der Rhätischen Bahn hochchauffieren.

Variante aus eigener Kraft

Für alle, die lieber aus eigener Kraft hochpedalieren, gibt es einen coolen Trail berghoch. Wir sind den Trail auf der Bike Tour ins Val da Fain gefahren. Der Trail beginnt direkt hinder dem Hotel Palü.

Nochmal mit dem Zug

Auf der Tour am Vortag haben wir bereits die Unterstützung der Rhätischen Bahn genutzt und liessen uns für die Bernina Express Bike Tour nochmals hochshutteln. Die Abfahrt nach Poschiavo forderte die Kraft und Ausdauer sonst schon genug.

Warten auf den Bernina Express
Warten auf den Bernina Express, der uns zum Ospizio Bernina hoch shuttelt.

Start beim Ospizio Bernina

Beim Bahnhof beginnt die Tour über den Bernina Express Trail nach Poschiavo hinunter. Diesmal mussten wir nicht erst noch zum Berninapass hochpedalieren. Der Weg führte uns oberhalb des Lago Bianco entlang. Hier waren viele Fussgänger unterwegs.

Kling Glöcklein

So verlief der Anfang ziemlich lange am Stausee entlang. Immer wieder kreuzten wir Fussgänger und benutzten brav die Fahrradklingel um auf uns aufmerksam zu machen. Bei einigen Passanten half aber sogar klingeln nicht viel. Entweder war die Klingel zu leise, die Leute taub oder wollten einfach nicht aus dem Weg gehen. Wir werden es nie herausfinden.

Weg von der Hauptverkehrsachse

Rund 4 Kilometer waren wir auf breiter Kiesstrasse unterwegs bis die Tour rechts abbog und auf einen Singletrail wechselte. Direkt daneben verlief das Bahngleis des Bernina Express.

Kurz schieben

Hier mussten wir unsere Bikes kurz hochschieben. Zu steil war der Aufstieg. Zur gleichen Zeit fuhr gleich der Bernina Express vorbei und die Zugpassagiere winkten uns zu. Wir winkten freundlich zurück.

Der Aufstieg zum Bernina Express Trail
Das Bike musste kurz geschoben werden. Der Aufstieg war steiler, als er auf dem Foto wirkt.

Auf der Ebene

Wir fuhren auf einem Trail leicht den Berg hoch und kamen auf eine flache Ebene. Ab hier ging der Bernina Express Trail stets nur noch bergab. Uns eröffnete sich ein Blick direkt hinunter ins Val Poschiavo. In der Ferne sahen wir den Lago di Poschiavo.

Auf dem Bernina Express Trail
Blick nach Poschiavo. Bis dahin ging es noch 1500 Höhenmeter hinunter.

Palü Gletscher

Doch wir sahen nicht nur ins Val Poschiavo, sondern auf der rechten Seite thronte der Palü Gletscher oder was von ihm noch übrig war. Ein weiterer Gletscher, der sich über die letzten Jahrzehnte stark zurückgebildet hat.

Blick auf den Palü Gletscher
Der Palü Gletscher oder was von ihm noch übrig war.

Alp Grüm

Wir liessen den Palü Gletscher hinter uns und starteten die Abfahrt auf dem Bernina Express Trail. Nach wenigen Minuten kamen wir zur Alp Grüm und suchten die Fortsetzung des Trails. Wir brauchten einen Moment, bis wir begriffen, dass der Trail hinter der Bergterrasse der Alp Grüm weiterging. Wir schoben unsere Bikes über die Restaurantterrasse , zwischen den Esstischen hindurch zur anderen Seite und fuhren weiter.

Gletschergarten

Bis zum Gletschergarten Cavaglia waren immer wieder Fussgänger unterwegs. Der Bernina Express Trail verlief eine Zeit lang auf dem Fussgängerweg. Der Weg war bis zum Gletschergarten daher auch relativ breit und einfach zu fahren.

Fiese Ablaufrinnen

Auf dem breiten Weg hinunter zum Gletschergarten kamen in regelmässigem Abstand Wasserablaufrinnen, gebaut auf Steinplatten. Die Ablaufrinnen ragten ein paar Zentimeter aus dem Boden und waren teilweise spitzig. Natürlich hatte es mich oder besser gesagt, meinen Reifen erwischt. Ein platter Reifen war das Ergebnis. Der Reifen hatte ein Loch in der Seitenwand und konnte nicht mehr geflickt werden. Also Schlauch rein und weiterfahren.

Bernina Express Trail

Der Bernina Express Trail kreuzte immer wieder die Bahngleise der Rhätischen Bahn. Leider waren wir nie zum passenden Zeitpunkt an den Gleisen, um den Bernina Express vorbeifahren zu sehen.

Der Trail machte genau so viel Spass wie der Poschiavino Trail auf der anderen Talseite. Ich behaupte aber, dass die Abfahrt über den Bernina Express Trail ein wenig einfacher war als die Poschiavino Trail Variante. Der Bernina Express Trail war auch rund 7 Kilometer kürzer und die Abfahrt rund 200 Höhenmeter weniger.

Blick ins Val Poschiavo
Blick ins Val Poschiavo, mit dem Lago di Poschiavo am Horizont.

Poschiavo

Und erneut hockten wir in Poschiavo, genossen die Sonnenstrahlen und gönnten uns ein Gelato. Diesmal checkten wir die Fahrzeiten der Rhätischen Bahn vorher ab, nicht dass wir die Bahn wie am Vortag wieder verpassten. Auch wussten wir jetzt, dass wir ein Bahnticket bis Alp Grüm lösen mussten, um nicht als Schwarzfahrer erwischt zu werden.

Bekanntes Gesicht

Auf dem Bahnsteig trafen wir noch Dave Spielmann an, der hier schon einmal als rider of the month vorgestellt wurde. Dave war mit einer 19 köpfigen Gruppe auf den Trails rund um den Bernina unterwegs. Alle Teilnehmer mit Bikes der Marke Yeti. Die Bahn war daher gut mit Mountainbikes gefüllt.

Nicht vergessen ein Ticket zurück nach Ospizio Bernina zu lösen!

Unsere Bikes im Bernina Express
Zurück nach Ospizio Bernina ging es mit der Bahn.

Hinein in den Sturm

Wir fuhren zurück auf den Ospizio Bernina und wollten mit den Bikes zurück nach Pontresina fahren. Als wir oben ankamen, zogen dunkle Wolken auf. Plötzlich öffnete der Himmel seine Pforten und es regnete in Strömen. Dazu blies ein kräftiger und eisiger Wind. In der Talstation der Diavolezza Bahn suchten wir Schutz vor dem Sturm.

Regenschauer auf der Bike Tour vom Berninapass
Auf dem Rückweg wurden wir bei der Talstation der Diavolezza Bahn von Starkregen überrascht.

Nass bis auf die Unterhose

Die Bergbahn hatte bereits geschlossen und wir konnten lediglich in einer Unterführung vor dem Regen flüchten. Der Wind war jedoch nicht aufzuhalten und wir froren schon bald in den nassen Klamotten. Wir entschieden daher, möglichst schnell die Strasse hinunterzufahren und dann gleich auf dem Trail zurück zum Hotel Palü zu radeln.

Wir fuhren los, die Regenjacke montiert und die Kapuze über den Helm gezogen. Der Wind peitschte und um die Ohren und es regnete in Strömen. Nach nur 100 Metern war ich bereits nass bis auf die Unterhose. Ich wollte einfach so schnell wie möglich zurück und raus aus diesem Starkregen.

Etwa 15 Minuten später riss die Wolkendecke auf und es hörte auf zu regnen. So schnell wie die Regenfront da war, war sie auch wieder weg. Die Sonne vermochte jedoch nicht mehr unsere nassen Klamotten zu trocknen. Durchnässt und durchgefroren kamen wir ins Hotel Palü zurück und freuten uns erst einmal auf eine heisse Dusche.

Fazit

Der Bernina Express Trail von Ospizio Bernina hinunter nach Poschiavo machte enorm Laune. Die Tour wurde zunehmend immer besser und tat sich lediglich am Anfang schwer. Nach dem Gletschergarten waren auch keine Fussgänger mehr unterwegs und wir konnten das Tempo erhöhen. Der Poschiavino Trail auf der anderen Talseite hat mir persönlich aber besser gefallen. Trotzdem sollte man den Bernina Express Trail einmal gefahren sein. Der Trail machte Spass und das Kreuzen der Gleise der Rhätischen Bahn war echt cool.

Doppelpack

Wer früh losfährt und gas gibt, kann sogar den Poschiavino Trail und den Bernina Express Trail an einem Tag fahren. Wer es lieber ein wenig gemütlicher angeht, kann diese beiden Touren auf zwei Tage ausdehnen.

GPS Track

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