Mittelschwere Tour

Zweiter Versuch

Schon ein paar Wochen zuvor haben Isabelle und ich die Abfahrt vom Monte Lema versucht. Das schlechte Wetter damals, veranlasste uns jedoch, die Bikes im Trockenen zu lassen und den Abstieg zu Fuss zu erkunden. Beim hiesigen zweiten Versuch waren wir jedoch mental vorbereitet und hatten die Tücken der Strecke noch im Hinterkopf. Ich persönlich freute mich auf den unteren Teil, auf die kurze Passage im Wald mit mehreren kleinen Sprüngen. Diesmal machte auch das Wetter mit wir hatten an diesem Tag strahlend blauen Himmel und angenehme Temperaturen.

Start in Miglieglia

Die Tour beginnt bei der Talstation der Bergbahn Monte Lema. Die Dreiergondel alle 30 Minuten. Die Ankunft musste ein wenig koordiniert werden, um längere Wartezeiten zu vermeiden. Eine Einzelfahrt schlägt mit CHF 23.00 zu Buche. Ohne Bike wird die Fahrt 5 Franken günstiger. Die Bikes werden in der Gondel transportiert, welche gerade genug Platz bietet. Mehr als zwei bis drei Fahrräder haben nebst Personen, nicht Platz.

Die Abfahrt beginnt

Ab Bergstation beginnen mehrere Abfahrten, wir startet natürlich zu der Route Richtung Miglieglia zurück. Zu Beginn ist mit Wanderern zu rechnen, ein nettes Hallo sowie kurze Smalltalks förderten die Beziehung zwischen Biker und Wanderer. Am Anfang führt der Trail ziemlich gerade am Berg entlang, gepaart mit einzelnen kurzen Anstiegen, danach ging es dann nur noch Bergab. Von hier oben genossen wir immer wieder die Aussicht über das schöne Tessin und rollten die ersten Meter ziemlich gemütlich daher.

Monte Lema
Star der Abfahrt vom Monte Lema

Doch schon bald wird das Gefälle grösser und der Untergrund steiniger. Stets konzentriert und im Versuch die Ideallinie zu finden. Kein einfaches Unterfangen, da jede Linie gespickt mit grossen Steinen war. Eine ruppige Angelegenheit und der Lenker musste gut festgehalten werden. Ab und zu war die Luft ein wenig durchzogen mit einem Gestank von Tierexkrementen. So schön die Landschaft und der Ausblick war, so hässlich war der Gestank an manchen Stellen. Bevor die schwierigste und trickreichste Stelle begann, schossen wir noch kurz ein Selfie. Danach konzentrierten wir uns ausschliesslich auf die Abfahrt.

Monte Lema

Auf einem kurzen Teilstück im oberen Viertel, machten sich die vergangenen Unwetter sehr stark bemerkbar. Der Regen hat tiefe Furchen und Spurrinnen in den Boden gepflügt. So tief, dass das Tretlager den Boden berührte. An manchen Stellen war schlicht kein durchkommen und wir hatten entschieden, unsere Bike über diese Passage zu tragen. Danach ging es wie gewohnt weiter auf losem Geröll.

Monte Lema
Die tiefen Furchen sind unmöglich zum befahren
Monte Lema
Volle Konzentration um sich nicht den Reifen aufzuschlitzen

Von Steinen zum Laub

Schon bald führte der Weg in den Wald und die groben Steine tauschten mit weichem Laub. Dabei verdeckten die Blätter zum Teil Steine und Wurzeln. Der untere Teil war somit nicht einfacher zu fahren als der Obere. Nun wechselte das Terrain ständig, von lockerem Waldboden zu rutschigen Gerölllawinen. Einige Male schlugen grössere Brocken an Rahmen und Felgen und bei jedem Geräusch hatten wir die Befürchtung, irgendwas wurde beschädigt. Die beiden Cube Bikes erwiesen sich als ziemlich robust. Weder Isabelle’s Alurahmen, noch mein Carbon Bike hatten ernstzunehmenden, sichtbaren Schäden. Auf einem kurzen Teilstück waren zudem ein paar Treppen zum überwinden, konnten jedoch gut gefahren werden. Mit anspruchsvollem Charakter schlängelt sich der ganze Weg runter bis in die Nähe von Miglieglia, unserem Ausgangspunkt.

Monte Lema
Die kleinen Sprünge im unteren Teil machen riesen Spass

Zum Schluss Bergauf

Gegen Ende der Tour musste nochmals kräftig pedaliert und ein paar Tragepassegen überwunden werden. Für Hardcore Techniker bestimmt fahrbar, für uns jedoch nicht.

Monte Lema
Einige technische Abschnitte sind ebenfall vorhanden

Dieses schwierige Schlussstück war jedoch äusserst kurz und das Bike zu tragen gehört bei solchen Touren einfach dazu. Nicht alle Hindernisse können immer überrollt werden. Mit der richtigen Tragetechnik funktioniert das Wandern mit Bike ausserdem hervorragend. Nach der kurzen Tragepassage endete die Route auf einer Teerstrasse und führt durchs Dorf zurück zum Ausgangspunkt.

Fazit

Landschftlich muss ich zum Tessin keine grossen Worte verlieren, egal wo man sich befindet, es ist wunderschön. Das Tessin hat seinen eigenen Flair und wir betrachteten gerne immer wieder das Landschaftsbild. Die gesamte Route ist wegen des losen Gerölls ziemlich schwierig und für Anfänger eher ungeeignet. Hier ist stetige Konzentration gefordert und der Lenker will einen festen Griff, sonst macht sich das Vorderrad selbstständig. Wir hatten zwar keinen platten Reifen, doch ein Ersatzschlauch ist hier unbedingt ein Muss. Die spitzen Steine können schnell einen platten Reifen verursachen, dafür reicht nur ein Fahrfehler oder eine Unaufmerksamkeit und die Luft ist raus. Alles in allem machte die Abfahrt vom Monte Lema grossen Spass. Für mich ein wenig mehr als für Isabelle. Ich mag solche Abfahrten die auch technisch schwerere Stücke bereit halten. Ein gutes Training für den Gleichgewichtssinn.

GPS Track zur Bike Tour auf den Monte Lema

Marc Schürmann

Ich wurde 1983 geboren und wohne in Graubünden. Ich bin der Gründer von allmountain.ch und blogge über meine grösste Leidenschaft dem Mountainbiken.

1 Antwort

  1. shilaty sagt:

    Hallo Marc, in der Tat, das Tessin ist ein schöner Bikerort, diesen kenne ich sehr gut, wohnte in Lugano und Umgebung ganze 44 Jahre !! Darum habe ich echt Mühe mit dem Deutsch, meine Frau aus Spanien haben wir zuhause nur Spanisch und Italienisch gesprochen. Seit meiner Pension sind wir nach Spanien ausgewandert bzw. meine Frau heimgekehrt.

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